RSS NEWSLETTER

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wettbewerb_Freie_Waldorfschule_Berlin-Mitte_entschieden_7133311.html

17.02.2020

Zurück zur Meldung

Eurythmie für Easy-Jetter

Wettbewerb Freie Waldorfschule Berlin-Mitte entschieden


Meldung einblenden

Als die Freie Waldorfschule Berlin-Mitte 2001 an ihren heutigen Standort in der Nähe des Hackeschen Markts zog, war die Freude allein schon deshalb groß, weil sich die räumliche Situation gegenüber der bis dahin behelfsmäßigen Unterbringung in der Dresdner Straße deutlich verbesserte. Kaum jemand dürfte damals geahnt haben, dass man sich 20 Jahre später inmitten eines glamourösen Touristen-Hot-Spots wiederfinden würde – als letzter Ruhepol zwischen Boutique-Hotel und Softwareschmiede, Flag Ship Stores und Hipster-Cafés.

Das etwa 1,5 Hektar große Gelände ist wie fast jeder Quadratmeter in Berlin-Mitte historisch aufgeladen. Hier überlagern sich Spuren einer Schulhistorie aus dem 19. Jahrhundert und nachkriegsmoderner DDR-Schulbau mit Erinnerungen an die jüdischen Traditionen des Viertels und dem nationalsozialistischen Terror, der sie brutal zerstörte. Heute gibt es hier eine Grundschule mit Hort, eine weiterführende Schule bis zur 13. Klasse und ein Lehrerseminar.

Wachsender Raumbedarf und der schlechte bauliche Zustand von Teilen des Bestands bewogen die Schule zur Auslobung eines nichtoffenen Realisierungswettbewerbs gemäß RPW 2013. In einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren wurden zwölf Architekturbüros ausgewählt, weitere acht waren vorab gesetzt worden. Vorausgegangen war ein städtebauliches Verfahren zur Entwicklung eines Masterplans, das Winking Froh Architekten (Berlin) 2019 für sich entscheiden konnten und das als Grundlage für den aktuellen Realisierungswettbewerb diente.

Nun steht fest, wie es auf dem Areal architektonisch weitergeht: Die Jury unter Vorsitz von Christa Reicher (Aachen) teilte – anders als zunächst in der Auslobung vorgesehen – die Gesamtaufgabe in zwei Teile: die Schulerweiterung mit Hort und das Lehrerseminar. Letzteres wird als bundesweite Einrichtung geführt werden, richtet sich also nicht nur an das Lehrpersonal der Waldorfschule Berlin-Mitte; außerdem soll in diesen Baukörper eine Kita integriert werden.

Der 1. Preis für Schulerweiterung und Hort ging einstimmig an das Architekturbüro Frölichschreiber mit Stefan Bernard Landschaftsarchitekten (beide Berlin), der für das Seminargebäude an  schürmann dettinger architekten (München) mit Bode-Williams + Partner Landschaftsarchitekten (Berlin).

Grüntuch Ernst mit Topotek Landschaftsarchitekten erhielten für ihr Gesamtkonzept einen 3. Preis, mit zwei Anerkennungen wurden die Entwürfe der Teams Kersten Kopp Architekten mit Sinai Landschaftsarchitekten sowie Winking Froh Architekten mit Frank Kiessling Landschaftsarchitekten (alle Berlin) honoriert.

Für FrölichSchreiber stand die „perfekte Einpassung“ ihrer Neubauten in den denkmalgeschützten Bestand im Vordergrund. Die Schulerweiterung füllt die Lücke an der Steinstraße und macht mit einer plastisch ausgebildeten Klinkerfassade auf sich aufmerksam. Dem als Holzbau konzipierten Hortgebäude im Innenhof möchten die Architekten eine dorfartige Anmutung verleihen. So soll auf dem Waldorf-Campus – der auch von Schafen, Hühnern und Hasen bewohnt wird – das Bild vom „Dorf in der Stadt“ weiter gestärkt werden. Die Jury lobte die Kompaktheit und differenzierte Ausformung des Volumens ebenso wie die Verbindung zwischen Innen- und Außenräumen.

Die Erweiterung des Seminargebäudes wird künftig ein sichtbares Zeichen an der Kreuzung Weinmeister-, Gormann- und Rosenthaler Straße setzen. Im Vorschlag von schürmann dettinger ist der neue Eingangsplatz als „grünes Entree“ ausgebildet, von dem aus eine Promenade in das Innere des Areals leitet. Der neue Kopfbau will bewusst stärker als bisher in den Stadtraum hineinwirken und zu gesellschaftlichem Austausch auffordern. Mit Bibliothek, Eurythmiesaal und Aufenthaltsbereichen orientieren sich öffentlichkeitswirksame Nutzungen zum Platz. Die kreativen Bereiche im vierten Obergeschoss sollen später „wie eine Lichtkrone in die Stadt hineinstrahlen“.

Schulerweiterung und Hort sollen möglichst schnell realisiert werden. Für das Seminargebäude werden nun – auf der Basis des Wettbewerbsentwurfs – die Gelder akquiriert. In beiden Fällen möchte die Waldorfschule die Preisträger mit der weiteren Planung beauftragen. (kv)


Kommentare

6

solong | 19.02.2020 13:57 Uhr

HHB

... sehr geehrter herr busse ... sie haben eine homepage ... auf der sie ... wie in den socialmedia ... mit verlaub "viel viel wind um nichts machen" ... konkret gebaute projekte sind nirgends zu finden ... und da glauben sie ernsthaft ... das es am kinderlosen schwulsein gescheitert ist ??!! ... auch wir als überwiegend "langweilige heteros" haben schon unzählige konzepte erarbeitet ... die dann nicht gewollt wurden ... fallen ... aufstehen ... weitermachen ...
... eine zeitgenössische schule ist das schon ... für walldorf ... schon aufregend einfach ... keine "steinersche schwer" ... wir arbeiten zurzeit an diversen schul-planungen und wollen keine zeitgenössichen schulen sondern zukunftsorrientierte lernorte schaffen ... was oft am widerstand von "michelhaften" lehrern und gebäudemangement scheitert ... auch hier gilt kämpfen ... jedes kleine licht ist besser als ewige dunkelheit ...

5

Bodos Autos | 18.02.2020 17:00 Uhr

Gut gemacht

Gutes Ergebnis. Eine Schule in der Schüler und Lehrer sich wohlfühlen können, wahrscheinlich nicht ganz billig, aber langlebig, nachhhaltig, effizient.

Die Waldorfschule hat nen Wettbewerb gemacht, da hat jemand gewonnen. Wie so oft im Leben nölen nachher die rum, die nicht mitgemacht haben. Auch Sorry. :-)

4

Fabian Wieser | 18.02.2020 11:38 Uhr

@Hugo Holger Busse

Es wäre nett wenn Sie die Initiative umreißen könnten. Ansonsten kommt das hier nur "beleidigt" herüber - v.A. wenn "Langlebig" als negatives Argument aufgeführt wird, scheint da ja Konfliktpotential gegeben.

3

auch ein | 18.02.2020 08:33 Uhr

architekt

@1:

"meine Initiative in Kooperation mit Lacaton & Vassal"
was heisst das ausser Namedropping weil man es alleine wohl nicht hinbekommt?
Wollte der Herr Initiativ werden um einen Wettbewerb zu vermeiden?

Und was hat das mit "schwul" zu tun?

Armer frustrierter Kollege

2

maestrow | 17.02.2020 17:56 Uhr

Lichtkrone

Da müssen die Walddörfler noch die ein oder andere Extraschicht leisten, damit die Lichtkrone aus dem Dörfli in die Hipstermeile strahlt. Oder richtet's der Senat zu Berlin?

1

Hugo Holger Busse | 17.02.2020 15:59 Uhr

Alte Rezepte statt Wagnis und etwas Verrücktem

Man hat meine Initiative in Kooperation mit Lacaton & Vassal nicht nur ins offene Messer laufen lassen, sondern den "Schwulen" ohne Kinder auch nicht Ernst nehmen wollen.
Jetzt die Ergebnisse: alte Schule. Rezepte und an Chipperfield angelehnte Materialien – die teure Variante, Langlebig und total starr.

So stelle ich mir keine zeitgenössische Schule mit erstem Schulkonzept des 21. Jhd. am besten Standort der Stadt vor. Sorry.

 
Mein Kommentar
Name*:
Betreff*:
Kommentar*:
E-Mail*:

(wird nicht veröffentlicht)

Zur Durchführung dieses Service werden Ihre Daten gespeichert. Sie werden nicht an Dritte weitergegeben! Näheres erläutern die Hinweise zum Datenschutz.


Ab sofort ist die Eingabe einer Email-Adresse zwingend, um einen Kommentar veröffentlichen zu können. Die E-Mail ist nur durch die Redaktion einsehbar und wird nicht veröffentlicht!


Ihre Kommentare werden nicht sofort veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.



1. Preis (Schulerweiterung und Hort): Frölichschreiber Architekten mit Stefan Bernard Landschaftsarchitekten (beide Berlin), Perspektive Hort

1. Preis (Schulerweiterung und Hort): Frölichschreiber Architekten mit Stefan Bernard Landschaftsarchitekten (beide Berlin), Perspektive Hort

1. Preis (Lehrerseminar): schürmann dettinger architekten (München) mit Bode-Williams + Partner Landschaftsarchitekten (Berlin), Perspektive Lehrerseminar

1. Preis (Lehrerseminar): schürmann dettinger architekten (München) mit Bode-Williams + Partner Landschaftsarchitekten (Berlin), Perspektive Lehrerseminar

3. Preis: Grüntuch Ernst Planungsgesellschaft mit Topotek 1 Landschaftsarchitekten (beide Berlin), Perspektive Lehrerseminar

3. Preis: Grüntuch Ernst Planungsgesellschaft mit Topotek 1 Landschaftsarchitekten (beide Berlin), Perspektive Lehrerseminar

Anerkennung: Kersten Kopp Architekten mit sinai Landschaftsarchitekten (beide Berlin), Perspektive Schule

Anerkennung: Kersten Kopp Architekten mit sinai Landschaftsarchitekten (beide Berlin), Perspektive Schule

Bildergalerie ansehen: 48 Bilder

Alle Meldungen

<

17.02.2020

Möglichkeiten im Sozialwohnungsbau

Atelier Kempe Thill in Bremen

17.02.2020

Bereit zum Abheben

HENN planen Luftfahrthochschule in Hangzhou

>
baunetz interior|design
Weiß auf Weiß
BauNetz Wissen
Schwungvolle Ergänzung
Baunetz Architekten
MEGATABS architekten
BauNetzwoche
Ländlich Lokal