Modernistische Felskrone
Villa in Peru von Barclay + Crousse
Wie würde eine modernistische Felsenburg aussehen? Vielleicht so wie Casa C3, eine luxuriöse Ferienvilla im peruanischen Badeort Marina Lancheros, die das im nahe gelegenen Lima ansässige Büro Barclay & Crousse für einen privaten Auftraggeber auf einer Klippe über dem Pazifik entworfen hat. Erneut ließen sich die Architekten Sandra Barclay und Jean Pierre Crousse bei der archaisch wirkenden Gestalt ihres Baus von den Felsformationen der peruanischen Wüste inspirieren, und ein weiteres Mal arbeiteten sie dabei mit rotem Beton.
Dort, wo sich die marsartige rotbraune Wüstenlandschaft von den Anden ins Meer schiebt, herrscht ein besonderes Mikroklima: Das ganze Jahr über liegt die Temperatur in einem angenehmen Bereich, und obwohl die Luft sehr feucht ist, gibt es kaum Regen. Diese Umstände erlaubten eine einfache, elementare Bauweise mit übersichtlicher Materialpalette. Zur Anwendung kamen Puzzolanzement, in der Umgebung geschlagener Stein sowie Fenster- und Türöffnungen aus Hartglas, Aluminium und Holz – fast wirkt es, als habe sich das aus mehreren monolithischen Baukörpern bestehende Ensemble aus der Spitze des Felsens herauskristallisiert.
Ausgeführt wurde der Bau von ortsansässigen Maurern in sorgfältiger Handarbeit – was zu einer Bauzeit von drei Jahren führte. Vor allem das tonnenförmig gewölbte und skulptural auskragende Dach stellte eine Herausforderung für die Arbeiter dar. Wie ein lang gezogener Schlussstein verbindet es zwei quaderförmige Volumen miteinander, zwischen denen sich ein großer, an beiden Längsseiten nur durch Glaswände begrenzter Wohnbereich erstreckt. Bei zurückgeschobenen Fenstern wird er zur schattigen Terrasse, durch die eine kühlende Meeresbrise weht.
Die 547 Quadratmeter große Villa mit grandiosen Ausblicken umfasst verschiedene Volumen, die organisch aus dem steinigen Untergrund herausmoduliert wurden. Sie erstrecken sich über vier stufenförmig zum Meer hin abfallende Plattformen, die durch Außentreppen miteinander verbunden sind. Ihnen sind die verschiedenen Nutzungen zugeteilt: Straßenseitig befinden sich Garage und Eingangsbereich auf einem Niveau, etwas höher und die gesamte Anlage überragend folgt der riegelförmige Wohn- und Kochtrakt, unterhalb von diesem liegen auf zwei weiteren Ebenen und unter begrünten Dächern die Bade- und vier Schlafzimmer – auch deren vollverglaste Wandseiten lassen sich komplett öffnen. Ganz am Fuß des 1.830 Quadratmeter messenden Grundstücks schließt ein großer Infinity Pool als Vorposten des Ozeans die Anlage ab – darunter nichts außer Felsen und Meer. (da)
Fotos: Cristóbal Palma
Bestenfalls prägt sie das in ihr zur Zweckerfüllung Gebaute und muss es nicht nur eine Zeit lang geduldig ertragen. Denn das Hässliche ist vergänglich, nicht das Schöne.
Architektur kann schön sein.
Dann berührt sie, wie die Natur, unsere Sinne, verzaubert, macht uns leicht.
(und ja: über schönheit kann man streiten, über die verteilung von "gerechtigkeit" MUSS man es!)
ein haus MUSS schön sein; jetzt und immer, hier und überall.
Schönheit ist doch das, was das Leben lebenswert mach. Es ist doch der Genuss, der uns vorwerts treibt. Man möchte doch in einer schönen Umgebung sein oder von schönen Menschen umgeben.
Schönheit rein oberflächlich zu definieren wäre jedoch etwas zu banal; sie kann ja bekanntlich von Innen kommen oder in einer Idee oder Haltung bestehen. Spürt man beispielsweise eine soziale Haltung der Architektur, findet das gewiss manch einer schön.
Also bitte:
Mehr Schönheit für alle!