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15.05.2018

Informelle Felsformation

Unigebäude in Peru von Barclay & Crousse


Als Wüstenstadt mit Charme beschreibt ein deutsches Reisemagazin Piuria im Norden Perus – nicht ohne zu erwähnen, dass dort dank El Niño vermehrt kleine Bäume und Büsche wachsen. Die Stadt mit inzwischen knapp 450.000 Einwohnern war die erste spanische Siedlung des Landes und fungiert heute als wichtiges regionales Zentrum. Das umfasst nicht zuletzt den Bildungssektor, womit wir auch schon beim Thema wären: Die hier ansässige katholische Universidad de Piura öffnet sich gerade verstärkt für weniger wohlhabende Studenten aus den umliegenden Landgemeinden und benötigt darum dringend mehr Platz. Das Büro Barclay & Crousse mit Sitz in Lima konnte deshalb kürzlich auf dem UDEP-Campus im Norden der Stadt ein neues Hörsaalgebäude fertigstellen, das seiner ganz eigenen Logik folgt.

Zwei Aspekte waren für den Sichtbetonbau über einer quadratischen Grundfläche entscheidend: Zum einen ging es darum, den harschen klimatischen Bedingungen einen geschützten Binnenraum entgegenzusetzen, zum anderen sollte die Architektur im Kontext einer stark wachsenden Universität zum Begegnungsort werden. Anstatt einer vertikalen Anordnung lag darum eine horizontale Organisation nahe, die sich bei näherem Hingucken zudem in zahlreiche einzelne Volumen aufzulösen scheint. Mit ihren vielwinklig geschnittenen Zwischenräumen erinnert diese Ansammlung an eine natürliche Steinformation, die vom Wasser geformt wurde. Im Kontrast hierzu steht das monolithische Äußere, das mit seinen Rampen und perforierten Wänden an moderne Vorbilder des letzten Jahrhunderts denken lässt.

Bei einem Grundmaß von 70 mal 70 Metern entstand eine Geschossfläche von 9.400 Quadratmeter, die sich auf 11 zwei- bis dreigeschossige Volumen verteilt. Neben zahlreichen Vorlesungssälen aller Größenordnungen gibt es Seminar- und Gruppenarbeitsräume, Verwaltungsbüros und eine Cafeteria. Organisiert ist das Programm entlang einer breiten, im Rechteck geführten Erschließung. Sandra Barclay und Jean Pierre Crousse betonen jedoch, dass ihr Hauptaugenmerk vor allem auf den informellen Zwischenräumen lag. Mehrere Gebäudezugänge, zahlreiche Querverbindungen und mit steinernen Bänken ausgestattete Ausbuchtungen sorgen für eine fast schon labyrinthische Wirkung, die das informelle Miteinander der Studenten unterstützen soll.

Barclay und Crousse kennen sich übrigens aus mit extremen klimatischen Bedingungen, schon Anfang 2017 konnten sie weiter südlich in der Nähe von Pisco ebenfalls am Rande einer Wüste ein Museum errichten. Anders also dort, wo sie mit rotem Beton eine archaische Wirkung erzielten, arbeiten sie in Piuria jedoch auch im Inneren mit modernen Bezügen: Die Architektur aus grob geschaltem Beton wird hier stellenweise durch die Primärfarben Rot, Blau und Gelb akzentuiert, was die zeitliche Einordnung des neuen Unigebäudes vollends verschwimmen lässt. (sb)

Fotos: Cristóbal Palma


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