Sportinternat wird Technisches Finanzamt
Umnutzung in Berlin von NAK und W33
Bei Stahlbetonbauten der Moderne wird immer wieder um Erhalt oder Abriss gestritten. Im Berliner Nordosten gelang nun die Umnutzung einer alten Platte zum neuen Technischen Finanzamt des Landes. Eine ARGE aus NAK Architekten und W33 Ingenieurgesellschaft (beide Berlin) widmete sich dafür einem Exemplar der Serie P2/11, das einst als Sportlerwohnheim diente, aber seit Jahren leerstand. Bauherrin war die BIM Berliner Immobilienmanagement Gesellschaft.
Der Komplex fungiert als zentrales Rechenzentrum sowie IT-Dienstleister der Steuerverwaltung und steht vergleichsweise zentrumsnah an der S-Bahn unweit des Velodroms von Dominique Perrault. Weshalb in einer solchen Lage potenzieller Wohnraum zu Büroflächen umgenutzt wurde, erklärt sich mit Blick auf das Umfeld, aber auch auf die Grundrisse. Umgeben ist der Elfgeschosser von Sport-, Schul-, Infrastruktur- und Gewerbebauten – selbst in Berlin gilt das nicht unbedingt als heimelige Nachbarschaft. Und im Plan zeigt sich, dass die durch die Schotten vorgegebene, ursprüngliche Raumstruktur für die heutige Nutzung weitestgehend übernommen werden konnte. Die neuen Außenanlagen wurden von Kubus Freiraumplanung (Berlin) gestaltet.
Das Technische Finanzamt besteht jedoch nicht nur aus dem Bestand. Zwei neue Schichten kamen hinzu. Im flachen Volumen, das der Platte vorgesetzt ist, sind all jene Nutzungen untergebracht, die nicht in die Bestandsstruktur gepasst hätten. Dazwischen sichert eine „Erschließungsfuge“ mit zwei gelbgoldenen Türmen die Zugänglichkeit aller Etagen. Die vier ursprünglichen innenliegenden Treppenhäuser wurden zurückgebaut und durch Mittelgänge ersetzt. Ebenso ließ man die Balkonebene entfernen. Geschlossen wurde der Bestand durch neue Betonplatten in Form einer Stapelfassade, die – wie alle Teile des Behördenbaus – mit Metallpaneelen verleidet wurden.
Im Inneren sind primär Büroflächen sowie hochinstallierte Serverbereiche entstanden. Die einstigen Treppenräume ließen sich teilweise als Techniktrassen nutzen. Auch Sanitärräume kamen in diesem Bereich unter. Im Flachbau wurden Besprechungsbereiche, Laborflächen sowie Drucker- und Scannerräume umgesetzt. (sb)
- Fertigstellung:
- 2025
- Generalplaner:
- ARGE NAK / W33 (Leistungsphasen 2-9)
- Projektteam:
- Milanko Moraske, Ulrike Vogel, Martin Kranich, Mirko Gebhardt
- Außenanlagen:
- Kubus Freiraumplanung
- Weitere Planungsbeteiligte:
- WTM Engineers (Tragwerksplanung), Haustechnik (W33 Ingenieurgesellschaft), Dr. Zauft (Brandschutz)
- Bauherrschaft:
- BIM Berliner Immobilienmanagement
- Fläche:
- 12.890 m² Bruttogrundfläche
- Baukosten:
- 26.007.000 € Netto, KG 200+300



