Endlich verdichtet
Sportanlage in Porto von Domitianus Arquitetura
In Ramalde im Nordwesten Portos haben Domitianus Arquitetura (Lissabon) den bestehenden Parque Desportivo mit einem Umkleide- und Tribünengebäude sowie zusätzlichen Sportfelder erweitert. Der Eingriff setzt eine Entwicklung fort, die über Jahrzehnte fragmentiert geblieben ist und ihren Ausgangspunkt in den 1950er Jahren hat.
Damals entwarf Fernando Távora – Lehrer unter anderem von Álvaro Siza – im Auftrag der portugiesischen Sozialversicherungskassen die Unidade Residencial de Ramalde, eine großmaßstäbliche Wohnanlage der Nachkriegsmoderne. Teil des Ensembles bildete ein Sportpark als gemeinschaftlicher Mittelpunkt der Siedlung. Für das rund 5,5 Hektar große Areal hatte man ein umfassendes Sport- und Freizeitprogramm vorgesehen, das jedoch nie vollständig umgesetzt wurde.
Mit der späteren Übernahme einzelner Teilbereiche durch die staatliche Freizeitorganisation FNAT reduzierte sich das Konzept weiter. Realisiert wurden im Wesentlichen das Stadion mit Leichtathletikbahn sowie Tennisplätze. Die übrigen Flächen blieben trotz bereits ausgeführter Geländemodellierungen über Jahrzehnte unprogrammiert und hinterließen eine Leerstelle.
Erst in den 2010er Jahren wurde das Stadion saniert und punktuell ergänzt. Die aktuelle Erweiterung setzt diese schrittweise Verdichtung fort. Seit 2019 entwickelten Domitianus Arquitetura eine Neuordnung des nördlichen Bereichs mit einem zusätzlichen Spielfeld für Rugby und Fußball, einem zugehörigen Neubau sowie Flächen für weitere Disziplinen der Leichtathletik und des Präzisionssports wie Kugelstoßen, Hammer- und Speerwurf oder Bogenschießen.
Der Neubau legt sich als eleganter Körper entlang der westlichen Spielfeldkante in das leicht ansteigende Gelände. Prägend ist ein durchgehendes, flach geneigtes Satteldach aus Sichtbeton, das von sechs regelmäßig gesetzten Stützen getragen wird. Ein vorgespannter Träger überbrückt die gesamte Länge und bildet das konstruktive Rückgrat der Anlage. Die Dachkante formuliert eine überdeckte Tribünenzone, die den Raum zwischen Spielfeld und rückwärtigem Gelände in beide Richtungen fasst.
Im Untergeschoss sind die Funktionsbereiche linear organisiert: Umkleiden, Sanitär- und Sanitätsräume folgen als durchgehende Raumspange. Gegenüber liegen Verwaltungsräume; am Eingang sind vier zusammenschaltbare Mehrzweckräume sowie ein kleines Café angeordnet. Die Tragstruktur des Dachs bleibt im Innenraum konsequent durch sechs massive Säulen ablesbar. Mit einer Bruttogrundfläche von rund 3.600 Quadratmetern und Baukosten von etwa 4,59 Millionen Euro bleibt der Eingriff maßstäblich begrenzt. (gk)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Domitianus Arquitetura
- Architekt:
- Paulo Tormenta Pinto
- Kollaboration:
- Rosa Maria Bastos, João Maria Costa, Bernardo Gaspar Vicente, Mariana Brito
- Fläche:
- 3.600 m²
- Baukosten:
- 4.590.000 €
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