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07.06.2017

Nach allen Seiten offen

Schweizer Pavillon der Reformation in Wittenberg


2017 ist Lutherjahr. 500 Jahre Reformation feiern die Protestanten hierzulande in vielen Städten und Gemeinden. Der Deutsche Evangelische Kirchentag bildete den Auftakt für die Feierlichkeiten, die noch das ganze Jahr über stattfinden werden. Zentraler Ort der Jubiläumsfestivitäten ist das sachsen-anhaltinische Wittenberg, seit 1938 offiziell Lutherstadt Wittenberg genannt. Schließlich soll Martin Luther hier im Augusteum gelebt und im Jahr 1517 seine berühmten 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche genagelt haben. 

Ein Ereignis, zu dessen Feier sich die Stadt ein umfangreiches 16-wöchiges Kulturprogramm ausgedacht hat. Titel: Weltausstellung Reformation. Rings um die Altstadt in den Wittenberger Wallanlagen finden sich sieben sogenannte „Tore der Freiheit“, die jeweils einem spezifischen Themenfeld zugeordnet sind. In Torraum 7, zwischen Tierpark und Schlosskirche, dreht sich alles um das Thema Kultur.

Teil dieser kulturellen Auseinandersetzung mit der Reformation ist auch der Schweizer Evangelische Kirchenbund, der mit einer nachgebauten Gutenbergpresse den Bogen zwischen den kulturellen Umbrüchen des 15. und 21. Jahrhunderts schlagen will: Buchdruck damals, Digitalisierung heute. Der eigens für diesen Zweck entworfene Pavillon inmitten der Parklandschaft stammt vom  Architekturbüro Christ & Gantenbein (Basel), zuletzt unter anderem verantwortlich für das Schweizer Landesmuseum in Zürich.

Den Pavillon, der am 20. Mai eröffnet wurde, beschreiben die Architekten Emanuel Christ und Christoph Gantenbein als trivialen Schutz zwischen Heim und Heiligkeit. Der einfache Unterstand soll sowohl Behaglichkeit als auch Frömmigkeit ausstrahlen und zudem den Eindruck einer Werkstatt vermitteln. Schlichte Architektur, die sich durch eine simple weiße Holzkonstruktion mit weißem Wellblechdach und grüne Trennwände auszeichnet. Grün wie der umgebende Park ist auch die flexible, textile Außenhaut des gut 30 Meter langen Pavillons: Nach Bedarf können die Planen zu allen Seiten geöffnet werden, feste Außenwände fehlen – Transparenz und Offenheit statt dicker, steinerner Kirchenmauern.

Eine breite, weiße Holztreppe führt die Parkbesucher an der Stirnseite in die mehrheitlich in Weiß gehaltene Ausstellung. Hier werden Menschen, Momente und Orte der Reformation in der Schweiz gezeigt. Die von Gabriel de Montmollin, Direktor des Musée de la Réforme in Genf und Juri Steiner kuratierte Ausstellung trägt den Titel Prophezey – die Schweizer Reformation.
Der Pavillon und die Ausstellung sind täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Bereits zehn Tage vor der Eröffnung war ein Brandanschlag auf den Pavillon verübt worden. Unbekannte hatten die Grundplatte des Holzbaus angezündet. Schaden: mehrere tausend Euro. (kat)

Fotos: Stefano Graziani


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Der Pavillon in den Wallanlagen, im Hintergrund die Schlosskirche.

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Eine Holztreppe führt ins Innere.

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