Lamellenfassade und Spielwand
Schulzentrum in Frankreich von Hessamfar & Vérons
Pantin liegt in der nordöstlichen Peripherie von Paris. Bequem mit der Metro zu erreichen, wächst die Kleinstadt stetig und verdichtet nach. Schon seit ein paar Jahren wird die Gegend um ein altes Industriehafenbecken am Canal de l’Ourcq zum neuen Stadtquartier entwickelt. Dieses hat nun ein von Marjan Hessamfar & Joe Vérons Architectes Associés (Bordeaux/Paris/Toulouse) entworfenes Schulzentrum bekommen.
Der Bau umfasst auf 3.841 Quadratmetern Bruttogrundfläche eine Grundschule mit acht Klassen und eine Kita mit sechs Gruppen, dazu ein Freizeitzentrum und eine Mensa. Das Programm ist kompakt auf fünf Ebenen gestapelt, um trotz des begrenzten Grundstücks Freiräume für die Kinder zu gewinnen.
Das Erdgeschoss öffnet sich zur Straße mit einem verglasten Eingang, der weit zurückgesetzt und dadurch wettergeschützt ist. Das Innere wurde gut nachvollziehbar organisiert und übersichtlich gestaltet, jeder Bereich ist mit Tageslicht versorgt. Schule und Kita haben ihre jeweils eigene Treppe. Um das gemeinsame Foyer herum liegen im Erdgeschoss Gemeinschaftsräume, rückseitig der große Spielhof. Die Grenze zum südlichen Nachbargrundstück wurde mit einer tiefen „Spielwand“ gestaltet, die den Hof wie eine farbenfrohe Theaterkulisse rahmt. Eine zweite Spiel- und Pausenfläche findet sich auf dem Dach.
Die Außenbereiche basieren auf dem Pariser Schulbaukonzept der Cours Oasis, der sogenannten Oasen-Schulhöfe: versiegelte, asphaltierte Schulhöfe werden als begrünte, soziale „Oasen“ gestaltet. Zudem verfügt das Schulzentrum über vielseitige Pausen- und Lernräume mit Entspannungs- und Entdeckungsbereichen, die von den Lehrkäften gut einsehbar sind. Alle Klassen- und Gruppenräume befinden sich in den oberen Etagen, was ihnen trotz großer, tief in die Fassade eingeschnittener Fenster mehr Privatsphäre gibt. Auch vertikale Lamellen aus eloxiertem Aluminium schützen vor allzu tiefen Einblicken von außen. Die Hauptmaterialien Beton, Glas und Metall passen gut zur industriellen Vergangenheit der näheren Umgebung. (fh)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Marjan Hessamfar & Joe Vérons
- Tragwerk:
- Khephren
- TGA:
- Betafluides
- Kostenplanung:
- Evalue
- Akustik:
- Emacoustic
- Küchenplanung:
- Cuisinorme
- Straßen- und Leitungsbau:
- Via Infrastructure
- Bauherrschaft:
- Stadt Pantin
- Fläche:
- 3.841 m² BGF
- Baukosten:
- 13.000.806 € Nettobaukosten
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