Kontrastreiches Lernen
Schule von AllesWirdGut in Hamburg
Bis zum Jahr 2030 will Hamburg entsprechend des aktuellen Schulentwicklungsplans stark in den Neu- und Ausbau von Schulen investieren. Insgesamt werden bis zu diesem Zeitpunkt 40.000 zusätzliche Schüler*innen erwartet. Zwei Schulen, die Lessing-Stadtteilschule und das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, sind Teil jenes Entwicklungsplans und wurden kürzlich vom Wiener Büro AllesWirdGut auf dem Schulcampus Hanhoopsfeld fertiggestellt. Mit rund 45 Millionen Euro ist das Bauvorhaben im Süden der Stadt das größte Projekt für eine allgemeinbildende Schule in Hamburg. AllesWirdGut hatte 2013 in einem geladenen Wettbewerb den 1. Preis erhalten, Baubeginn war im Herbst 2016. Insgesamt wurden 16.590 Quadratmeter Bruttogrundfläche geschaffen. Zusätzlich gestaltete das Landschaftscharchitekturbüro DnD (Wien) noch einmal 20.410 Quadratmeter Außenanlagen. Bauherr ist die GMH, die Gebäudemanagement Hamburg GmbH, der die kommunalen Immobilien der Hansestadt zugeordnet sind.
Das Ensemble bietet 1.200 Schulplätze. Hierfür wurden drei neue Klassengebäude, ein Gebäude für Fachklassen, eine Dreifeld-Sporthalle und ein Multifunktionsgebäude, das gemeinsam von Stadtteilschule und Gymnasium genutzt wird, errichtet. In der Mehrzweckhalle, die auch als Pausenort genutzt werden soll, sind eine Mensa und Aula sowie eine Produktionsküche und Räume für Musik, Kunst und Theater untergebracht. Die Mehrzweckhalle ist als Schnittstelle und Zentrum des Campus konzipiert. Sie liegt auf direkter Blickachse mit den beiden Haupteingängen der Schulbauten; so bildet sie einen allseits sichtbaren städtebaulichen Bezugspunkt.
Die einheitlich mit Klinker verkleideten Gebäude wurden als Solitäre in der weitläufigen Parklandschaft arrangiert. Sie sind zueinander versetzt positioniert und in der Höhe gestaffelt und passen sich damit dem abfallenden Gelände an. Im Inneren der Unterrichtsgebäude wurden die Klassenräume jeweils rund um ein zentrales Atrium gruppiert. Darüber hinaus werden offene Bereiche und Nischen geboten, um alternative Unterrichts- und Lernformen zu ermöglichen.
Im Außenbereich sind ein Biotop, ein Freilufttheater und Anbauversuchsflächen entstanden, ebenso Bereiche für Gemeinschaftsveranstaltungen und zur individuellen Nutzung. Ein bisschen einwachsen muss sich das Gelände vielleicht noch, aber dann lässt es sich hier nicht nur vorzüglich lernen, sondern auch viel Pausenspaß haben. (kh)
Fotos: tschinkersten fotografie
Als ob die Innenraumgestaltung der DDR-Plattenbau-Schulen einladender und fröhlicher waren... und da sind auch keine Zombies raus gekommen (wie zum Beispiel jetzt durch Smartphones entstehen)! Architektur allein fördert nun mal auch nicht die Kreativität, da gehört schon mehr dazu. Und auf grauen Wänden lassen sich schön die eigenen Ideen kreieren... ;) Um ein wirkliches Urteil bilden zu können wären jedoch Innenraumbilder von Vorteil, die reine Darstellung der Fassade kann da nicht überzeugen.
In diesem Moment bin ich mehr als Glücklich, dass ich in Deutschland nie wieder eine Schule besuchen muss. Zur Fassade Solide. Nicht mehr, und nicht weniger. Typisch Hamburg, protestantisch! Bloß nicht sexy, bloß nicht schick, bloß nicht auffallen, bloß keinen Witz, bloß keine Eleganz,... Hamburg eben...
Ich würde vorschlagen das Fassadenthema bewusst zu ächten, zugunsten der Raumqualitäten innen und außen.
das kann nicht wahr sein! (wurde ein glühweinstand, ein geräteschuppen oder der 'pausenverkau' im raumprogramm vergessen?)