Nachverdichten in Beton
Mehrfamilienhaus von Dolmus Architekten bei Luzern
Verdichtung ist aktuell ein großes Thema der Raumpolitik, das insbesondere in der Schweiz auch medial – zum Beispiel in der NZZ – breit diskutiert wird. Wie lassen sich die knapper werdenden Landreserven für eine weiterhin steigende Zahl von Bewohnern effektiv nutzen? Im Seetal, nördlich von Luzern gelegen, sind die Ortschaften von historischen Herren- und Bauernhäusern geprägt. Das Schweizer Büro dolmus architekten (Luzern) errichtete hier anstelle eines Einfamilienhaus ein Gebäude mit sechs Wohneinheiten.
Der dreigeschossige Neubau ist aus Beton und nimmt sich in seinen Proportionen den umliegenden Bestand zum Vorbild. Seine Fassade grenzt mit wenig Fläche an die Straße. Sie ist durch eine variierende Oberflächenbehandlung des Betons horizontal gegliedert. Zur Südseite fächert sich das Volumen durch Vorsprünge auf. Die Räume bieten hier Blicke auf die Berglandschaft vom Pilatus bis zur Rigi. Die Grundrisse sind in freier Raumabfolge gestaltet. Die Wände sind ebenfalls in Sichtbeton, der Boden in Eichenholz gehalten; nur die Attika-Wohnung verfügt über Terrazzo. (eb)
Fotos: Aytac Pekdemir
Werter Kollege ich kann ihre Begeisterung für dies Gebäude leider nicht nachvollziehen. Topologisch befindet es sich auf einfachem Terrain. Typologisch ist es ein Geschosswohnungsbau. Technologisch ist es ein Massivbau aus Beton . Planerische Herausforderungen kann ich da nicht erkennen. Bleiben also noch ihre Wertmaszstäbe "konsequent" und "modern" mit denen Sie die Meisterhaftigkeit des Gebäudes loben. Abgesehen davon, dass "modern" und "konsequent" an sich noch keine Qualitätsmerkmale sind, scheint mir der Bau eher konsequent modisch, was meiner Meinung nach das Gegenteil von Qualität ist.
Meiner Ansicht nach handelt es sich hier um einen topologisch, typologisch und technologisch absolut konsequent entworfenen und meisterhaft umgesetzten Bau. Es gibt hier "keine unnoetige Differenzierung im Aufriss, keine unterschiedlichen Fenster, keine Profilierung, keinen Dachabschluss, geschweige denn ein Dach, keinen Sockel, kein Oben und kein Unten, überhaupt keine Details ," weil es sich um ein modernes Gebaeude handelt, und nicht um irgendwelches vergangenheitsverliebtes Heimatschutz-Gemuckel. Lediglich die Farbgebung der Materialien im Innenraum lassen zu wuenschen uebrig. Die sich der Oeffentlichkeit verpflichtendene Strenge im Aussenraum haette eine froehlichere Innenwelt als Pendant gut getan. Trotzdem super!
Dem ist Nichts weiter hinzuzufügen!! Wobei ich sonst ein großer Verfechter der Schweizer Architektur bin.
Wobei mir das Innere und die Gartenfassade eigentlich gut gefallen. Die Straßenfassade aber möchte man sich nicht an einem tristen, grauen, verregneten Novembertag vorstellen. Less is sometimes bore...