Terrassen mit Schmetterlingsdach
Schule in Nanterre von Sam Architecture
Direkt hinter den glitzernden Hochhäusern von La Défense im Westen von Paris liegt die eigenständige Gemeinde Nanterre. Spätestens seit dem Bau der Hochhäuser herrscht hier starker Entwicklungsdruck. Ein ehemaliges Industriegelände an den Bahngleisen hat sich in wenigen Jahren zum gemischten Stadtquartier Les Groues verwandelt. Nun erhielt die Nachbarschaft auch einen zentralen Schulkomplex mit Räumen für acht Kita-Gruppen, 12 Grundschulklassen, eine Nachmittagsbetreuung und eine große Cafeteria. Benannt ist er nach der Kommunalpolitikerin Yvonne Kerzrého, die sich für Bildung und soziale Gerechtigkeit einsetzte.
Der Entwurf für den Neubau stammt von Sam Architecture (Paris), die nach eigenen Angaben im Wesentlichen zwei Ziele verfolgten: erstens durch die Verwendung von biobasierten Materialien ein robustes und nachhaltiges Gebäude zu schaffen und zweitens mit innovativen Raumkonzepten Antworten auf aktuelle pädagogische Konzepte zu finden. Man habe dabei absichtlich mit der erwarteten, herkömmlichen Erscheinung eines Schulgebäudes gebrochen, so die Architekt*innen. Der Bau sei stattdessen eine Lernlandschaft im Stil einer kleinen Stadt, die sich zum Himmel öffnet.
Das Foyer ist als gebäudehohes Atrium mit Terrassen, Galerien und gläsernem Fahrstuhlschacht ausgeführt. Sein Schmetterlingsdach lässt viel Tageslicht ins Zentrum des Baukörpers. Offene Blicke und große Fenster prägen die auf gute Orientierung zielende Organisation des Inneren. Im Erdgeschoss befinden sich eine Bibliothek, ein Fitnessraum, die Cafeteria sowie die Büros der Mitarbeitenden. Die Räume der Kita liegen im ersten, die der Schule im zweiten Obergeschoss. Immer wieder geht der Blick hinaus in den Himmel oder auf eine der vielen Terrassen, die an Gemeinschafts- oder Gruppenräume angeschlossen sind.
Im Südwesten gliedert sich die nach Nordosten noch kompakte Form des Schulgebäudes in große Terrassen. Jedes der drei Geschosse hat einen eigenen Freibereich für alle Gruppen. Er ist über breite umlaufende Balkone von jedem Gruppenraum aus direkt erreichbar. An beiden Querseiten des Gebäudes erschließen breite Kaskadentreppen die Terrassen – ein Motiv, das an den Lobe-Block in Berlin oder an das Bürohaus Binzstraße in Zürich erinnert. (fh)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Sam Architecture
- Tragwerk:
- Bollinger + Grohmann
- Landschaftsarchitektur:
- Pollen
- TGA und Nachhaltigkeit:
- BET Choulet
- Kostenberatung:
- Ecallard
- Verkehrsplanung:
- 2IDF
- Akustik:
- Altia
- Bauherrschaft:
- Stadt Nanterre
- Fläche:
- 4.856 m² Geschossfläche
- Baukosten:
- 14.500.000 €



