Tragender Lehm
Schule bei Rennes von Tracks Architectes
Die Atmosphäre auf den Fotos wirkt mediteran, auch wenn wir es mit einer Schule in der Bretagne zu tun haben. Neben der sommerlichen Vegetation trägt dazu nicht unwesentlich die erdige Anmutung des Stampflehms bei, aus dem Teile des Gebäudes bestehen. Der Neubau mit dem klingenden Namen „École de la Clairière“ – Schule der Lichtung – steht in Mordelles wenige Kilometer westlich von Rennes. Entworfen und umgesetzt haben das Projekt Tracks Architectes aus Paris, die sich 2022 in einem Wettbewerb durchsetzen konnten.
Der eingeschossige Komplex umfasst eine Grund- und eine Vorschule sowie eine zentrale Küche, die auch andere schulische Einrichtungen der Gemeinde versorgt. Rund 200 Kinder lernen und spielen hier täglich. Zu finden ist die École de la Clairière am Rand des Ortes, der überwiegend aus Einfamilienhäusern besteht. Das erklärt vielleicht auch die horizontale Ausrichtung der Architektur. Das Thema der Lichtung löst sich städtebaulich zwar nicht ganz ein, aber dichte Baumreihen am Rande des Geländes sorgen zumindest auf dem Schulhof für einen entsprechenden Eindruck. Die Außenraumgestaltung übernahm von De Long en Large aus Nantes.
Im länglichen Grundriss sind die beiden Hauptprogramme parallel zueinander organisiert. Sie verfügen jeweils über einen eigenen Zugang, der in eine mittige Erschließung führt. Außen sind Gruppenräume und Klassenzimmer angeordnet, während in querliegenden Verbindungstrakten Fachräume liegen. Zwei große Patios bilden geschützte Außenräume. Küche und Kantine besetzen das östliche Ende des Grundrisses. Im vorderen Teil sind zudem noch Räume für außerschulische Nutzungen angeordnet. Dort gibt es auch eine kleine Sporthalle und einen multifunktional nutzbaren Saal.
Konstruiert ist die Schule mit Fokus auf ökologische Kriterien, was als Vorgabe schon im Wettbewerb feststand. Die Gemeinde hatte sich im Rahmen eines staatlichen Förderprogramms für diesen Ansatz entschieden. Auch in ästhetischer Hinsicht sind nachhaltige Materialien außen wie innen sehr präsent. Die pavillonartige Anlage gefällt mit vielen überdachten Freiräumen.
Primär wurden die Volumen in Holzrahmenbauweise errichtet, mit Wänden aus Strohballen und Stampflehm. Letzterer nimmt bei einer Stärke von bis zu 65 Zentimetern auch Lasten auf. Der Lehm wurde zu großen Teilen dem Grundstück entnommen. Im Sinne der Nachhaltigkeit folgen auch die technische Gebäudeausstattung und das Klimakonzept der Idee einer möglichst simplen Low-Tech-Architektur. (sb)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Tracks Architectes
- Außenraumgestaltung:
- De Long en Large
- Auftraggeber:
- Commune de Mordelles
- Fläche:
- 3.450 m²
- Baukosten:
- 10.435.000 € netto






