Im Dialog mit dem Wein
Schaudepot in Herford von Hilmes Lamprecht Architekten
Wein und Kunst, das passt schon mal gut. In Herford steht seit Kurzem das Schaudepot Wemhöner, dessen beide Baukörper die Weinhandlung In Vino rahmen. Auch letztere wird, wie das Depot, von der Familie Wemhöner betrieben, die ansonsten primär im Bereich Maschinen- und Anlagenbau tätig ist. Heiner Wemhöner und seine Frau Elke sammeln seit vielen Jahrzehnten zeitgenössische Kunst. Ihr neuer Ort für die eigene Sammlung wurde von Hilmes Lamprecht Architekten (Bremen) geplant und in Zusammenarbeit mit Kirchhoff Quack Architekten (Herford) umgesetzt.
Zu finden ist das öffentlich zugängliche Schaudepot in einem Gewerbegebiet im Süden von Herford. Dort steht mittig auf dem langgezogenen Grundstück das hallenartige Gebäude der Weinhandlung, das 1996 von Heinrich Martin Bruns entworfen wurde. Hilmes Lamprecht platzierten zu beiden Seiten des Bestands je einen kubischen Baukörper und verknüpften diese mit einem offenen Verbindungsgang. Im nördlichen Bauteil kommt das Kunstlager mit eigener Anlieferung unter. Im südlichen Volumen befinden sich ein Ausstellungsraum, Büroflächen sowie Ateliers für Künstler*innen.
Entsprechend ihrer Nutzung sind die beiden Volumen mit nur wenigen Fenstern versehen. In den Fokus treten stattdessen ihre Fassaden aus Verblendsteinen in horizontaler Schuppung, die auch als Bezug zum Bestand gelesen werden kann. Die helle Oberfläche der Steine steht im Kontrast zum dunklen Grün der Säuleneichen, die das Grundstück zur Straße hin abschirmen.
Im Inneren bestimmen Sichtbeton, weiße Wandflächen und geschliffener Estrich die Räume. Große Spannweiten erlauben es, die Ausstellungsflächen flexibel zu bespielen. Dunkle Akustikpaneele zwischen den Deckenträgern verleihen dem Raum zusätzliche Tiefe. Im Depot prägt dagegen die sachliche Gitterwandanlage den Raum, die die flachen Formate der Sammlung aufnimmt.
Der Name Wemhöner ist übrigens nicht nur in der Herforder Kunstszene bekannt. Auch in Berlin plant die Sammlung mit der Hasenheide 13 einen neuen Ausstellungsort. Dessen bewegter Vergangenheit hat die Sammlung bereits 2020 ein lesenswertes Buch gewidmet. (sb)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur (LPH 1-5):
- Hilmes Lamprecht Architekten
- Bauleitung und Ausschreibung:
- Kirchhoff Quack Architekten
- Landschaftsarchitektur:
- Käthner Gartengestaltung
- Weitere Planungsbeteiligte:
- OP Engineers (Tragwerksplanung), Bürogemeinschafts Hillebrand + Seidel (Technischen Gebäudeausrüstung), Schlüter + Thomsen (Brandschutz)
- Bauherrschaft:
- Sammlung Wemhöner
- Fläche:
- 2.137 m² Bruttogrundfläche








