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09.03.2021

Immer wieder Schlachtensee

Sanierung eines Studentenwohnheims in Berlin von Muck Petzet Architekten


Die Rettung und Revitalisierung des Studentendorfs Schlachtensee in Berlin sind eine echte denkmalpflegerische Erfolgsgeschichte. Die schlichte, aber großzügige Anlage von Hermann Fehling, Daniel Gogel und Peter Pfankuch mit ihren zwei- bis dreigeschossigen Wohnhäusern von 1957–59 sowie die kurz danach realisierten Ergänzungen standen seit den 1980er Jahren immer wieder zur Disposition. Seit 1991 besteht Denkmalschutz, trotzdem wurde immer wieder über Abriss gesprochen. Letztlich rettete eine Initiative von Bewohner*innen und Freund*innen das Studentendorf, indem eine Genossenschaft gegründet wurde, die das Ensemble 2003 kaufte. Seitdem wurde und wird sukzessive saniert.

Die denkmalgerechte Instandsetzung der Ursprungsbauten ist bereits vor einigen Jahren abgeschlossen worden. Nun haben Muck Petzet Architekten (München, Berlin) und die Genossenschaft bekannt gegeben, dass die „minimal-invasive“ Sanierung von vier 5-Geschossern mit Platz für insgesamt 351 Student*innen abgeschlossen wurde, die viele vermutlich gar nicht kannten. Die Häuser entstanden 1976–78 und stammen aus der Feder von Kraemer, Pfennig und Sieverts (KPS). Die Architekten fügten je zwei der typisierten Häuser mit schlichten Lochfassaden zusammen.

Die beiden Baukörper stehen nicht zu Unrecht bis heute im Schatten der Ursprungsbauten. Doch architektonisch-formale Fragen sind nur ein Aspekt, der eine Genossenschaft umtreibt, die hier insgesamt rund 900 Wohneinheiten anbietet – und sei sie noch so engagiert im Denkmalschutz. Ökonomisch spielen die Häuser jedoch eine umso wichtigere Rolle für die Eigentümerin, denn die denkmalgerechte Sanierung der älteren Bauten hat viel Geld verschlungen. Bei der Revitalisierung der unspektakulären Wohngruppenhäuser aus den 1970ern spielten somit in erster Linie Budget und Zeitrahmen eine Rolle. Die Sanierung des Inneren musste so schnell gehen, damit die Häuser nur für eine Semester-Saison ausfielen.

Die Architekt*innen schreiben, dass sie überrascht seien, wie gut die Häuser noch erhalten waren. Doch trotz gutem Willen mussten Haustechnik und Aufzüge ersetzt werden. Die Bäder wurden neu organisiert, ohne neue Türöffnungen anlegen zu müssen. Ein Großteil der Bad- und Treppenhaustüren konnte erhalten werden, da eine genaue Untersuchung ergab, dass sie aktuellen Akustik- und Brandschutzauflagen genügen. Am erfreulichsten ist sicherlich, dass an den Fassaden kein WDVS notwendig war und der Originalputz erhalten werden konnte, denn unter dem Eindruck der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre hatten KPS mit einem Dämmputzsystem gearbeitet, das immer noch ausreichend ist. Neben dem Einbau neuer Fenster genügte die Dämmung von Dachfläche und Kellerdecke, um einen energetischen Standard nach KfW-Förderrichtlinien zu erreichen.

Die Organisation des Hauses blieb unverändert. Wie bisher sind die Einzelzimmer als Sechser-Wohngemeinschaften organisiert. Die Küchen profitieren nun von bodentiefen Fenstern. Nur 1.546 Euro pro Quadratmeter BGF (Kostengruppen 200-700) kostete das Sanierungsprojekt. Das sind knapp 50.000 Euro pro Bude, die nun für 440 Euro brutto monatlich vermietet wird. (gh)

Fotos: Muck Petzet Architekten


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Zustand vor der Sanierug

Zustand vor der Sanierug

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