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20.10.2023

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Ein Haus zieht um

Padel-Tennishalle in Mölnlycke von Tengbom


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Es ist zwar durchaus löblich, dass provisorische Gebäude leicht ab- und wiederaufgebaut werden können, doch wird das wohl viel zu selten in die Realität umgesetzt. Im schwedischen Mölnlycke kann die Geschichte der Weiterverwendung eines Baus nun jedoch zu Ende erzählt werden. Seit letztem Jahr steht hier eine Halle für Padel-Tennis, in der zuvor Obst und Gemüse verkauft wurden – und zwar mehr als 450 Kilometer weiter östlich in der Stockholmer Innenstadt. Der weitgehend vorgefertigte, vom Büro Tengbom entworfene Bau wurde damals als provisorische Markthalle errichtet, wohin die Händler*innen während der vierjährigen Sanierung des historischen Gebäudes im Stadtteil Östermalm gezogen waren.

Der kleine Ort Mölnlycke liegt etwa zehn Kilometer südöstlich von Göteborg. Hier fand das Immobilienunternehmen Wallenstam, das nach der Wiedereröffnung der sanierten Östermalm-Markthalle im Jahr 2020 das Gebäude von der Stadt Stockholm gekauft hatte, ein passendes Grundstück. Die Halle wurde demontiert und mit Lastwagen nach Mölnlycke transportiert, wo sie nach ein paar Anpassungen durch Tengbom wieder errichtet werden konnte. Bei Padel-Tennis handelt es sich um eine Tennis-Variation, die auf kleinerem Spielfeld und nur im Doppel gespielt wird. Ausgehend von Spanien und Südamerika erfreut es sich in Skandinavien, aber auch in Deutschland einer zunehmenden Beliebtheit.

Beim ursprüngliche Entwurf der Halle habe man sich von der historischen, im Jahr 1888 erbauten Markthalle inspirieren lassen, so die Architekt*innen. Außerdem sei damals eine leichte Konstruktion nötig gewesen, da sich unter dem Platz, wo die Halle gut vier Jahre lang stand, eine U-Bahn-Station befand. Schlanke Stützen und Träger sowie ein umlaufendes Band aus Polycarbonatelementen kennzeichnen auch heute wieder die luftige Konstruktion. Vor allem die Stützen wirken durch ihren kreuzförmigen Grundriss sehr filigran. Prägend sind außerdem die sich kreuzenden Deckenbalken, woraus sich ein quadratisches Muster ergibt, das hier und da von dreieckigen Oberlichtern durchbrochen wird. Die Elementfassade wurde innen und außen zu großen Teilen mit Birkensperrholz bekleidet.

Auf dem abfallenden Gelände in Mölnlycke wurde der Bau, dessen Name weiterhin Östermalmshallen (mit dem Zusatz Padel) lautet, auf einer Betonplatte mit einer zusätzlichen Stützwand wiederaufgebaut. Ganz konkret wiederverwendet wurden: das modulare Wand- und Dachsystem, die Polycarbonatbekleidung, die Außenfenster aus Glas sowie einer der beiden mit Cortenstahl bekleideten Eingänge. Im Gegensatz zum Bau in Stockholm ist die Sporthalle in Mölnlycke an die dauerhafte Nutzung angepasst und mit einer Wärmedämmung versehen. Die Innenwände wurden mit Sperrholz, die Zwischendecke mit Holzwoll-Dämmplatten beplankt.

Der neue Zweck der Halle erforderte außerdem eine höhere Decke. Entsprechend verlängerte man die Stützen durch eine Stahlkonstruktion, die die Architekt*innen liebevoll als Stahlsocken bezeichnen. Anstelle der beiden mit Sperrholz bekleideten Zwischengeschosse, die sich an den Seiten der Stockholmer Markthalle befanden, verfügt das Gebäude nun über ein einziges Zwischengeschoss, in dem sich Personalbereiche und Mehrzweckräume befinden. (dsm)

Fotos: Felix Gerlach


Anmerkung: Informationen zu Padel-Tennis ergänzt.


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Kommentare

1

auch ein | 23.10.2023 11:01 Uhr

architekt

es ist eine PADEL-Halle, Tennis kann man da nicht spielen....

aber gut gemacht!

 
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