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OMA erweitern das New Museum in New York City
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OMA erweitern das New Museum in New York City
Seit 2007 galt es als die Referenz für gestapelte Volumen. Der Neubau des New Museum in New York City von SANAA ist zu einem Symbol in der Kunstwelt geworden. Nun entstand auf dem Nachbargrundstück nach Plänen von OMA in Kooperation mit dem New Yorker Büro Cooper Robertson ein Erweiterungsbau. Am Wochenende war Eröffnung.
Das New Museum in New York City existiert seit über 50 Jahren. Von der Einraum-Galerie in Hudson Street 1977 über eine Ladengalerie am Broadway 1984 bis zum Neubau von SANAA in der Bowery im Jahr 2007 hat es sich räumlich immer weiter vergrößert. Nun ist ein Neubau auf dem Grundstück nebenan eröffnet worden. Rem Koolhaas und Shohei Shigematsu haben ihn entwickelt. Bereits vor zehn Jahren waren sie mit dem Entwurf beauftragt worden, nachdem das New Museum das Nachbargrundstück gekauft und den Abriss des Altbaus darauf veranlasst hatte.
Siebengeschossig duckt sich der Neubau neben die Ikone, formt einen kleinen Platz und nimmt ihr doch die Präsenz. Nein, beide Formen wollen nicht zueinander passen, sie konkurrieren, auch wenn sich die zurückhaltende Materialität in grauem Betonboden und Stahlträgerdecken fortschreibt. Die zackige Erscheinung des Neubaus als gedrungenes, farbloses Prisma lässt keinen Zweifel, wer damit adressiert wird: Sie will die Geldgeber zufriedenstellen. Ziemlich sicher wird der Bau die Gentrifizierung der einst als Künstlergegend bekannten Bowery zwischen SoHo und Lower Eastside vorantreiben. Insofern dürften die neuen Räume vor allem Künstler*innen eine Rampe bieten und den Wert ihrer Namen und Werke steigern helfen. Einerseits.
Siebengeschossig duckt sich der Neubau neben die Ikone, formt einen kleinen Platz und nimmt ihr doch die Präsenz. Nein, beide Formen wollen nicht zueinander passen, sie konkurrieren, auch wenn sich die zurückhaltende Materialität in grauem Betonboden und Stahlträgerdecken fortschreibt. Die zackige Erscheinung des Neubaus als gedrungenes, farbloses Prisma lässt keinen Zweifel, wer damit adressiert wird: Sie will die Geldgeber zufriedenstellen. Ziemlich sicher wird der Bau die Gentrifizierung der einst als Künstlergegend bekannten Bowery zwischen SoHo und Lower Eastside vorantreiben. Insofern dürften die neuen Räume vor allem Künstler*innen eine Rampe bieten und den Wert ihrer Namen und Werke steigern helfen. Einerseits.
Andererseits springt der Neubau dem SANAA-Gebäude funktional und programmatisch zur Seite. Wer einmal dort war, wird sich an den recht ungemütlichen Eingang mit Buchladen und das Warten auf den Fahrstuhl erinnern, der die einzelnen Etagen wie ein Lagergebäude erschließt. Doch anders als etwa das MoMA sammelt das New Museum keine Kunst. Der Neubau verdoppelt die Fläche des New Museums auf nun insgesamt 11.000 Quadratmeter und verbindet die Galerien auf drei Ebenen mit dem SANAA-Bau. Viel kommunikatives Potenzial bringt die neue Atriumtreppe, die auch gleich noch Ausblicke auf die Nachbarschaft bietet. Die Museumslobby erstreckt sich nun über beide Gebäude, ebenso der Sky Room in der 7. Etage, wo ein Restaurant Platz findet. Pläne hat OMA bisher nicht veröffentlicht.
Wie beim SANAA-Gebäude besteht die Fassade aus Verbundglas mit Metallgewebe, wirkt jedoch transparenter und vermittelt bei Dunkelheit die Aktivitäten nach außen. Mit Ateliers will das Raumprogramm lokale und internationale Kunstschaffende unterstützen und neuen Initiativen des New Museum Platz bieten: dem Kulturinkubator „NEW INC“ und der Medienplattform „Rhizome“. Zugleich gibt es künftig mehr Geld für Bildungsprogramme, Gespräche und Workshops, die das Haus in seiner Umgebung verankern. Dass diese durchaus noch radikale und experimentelle Kunstorte ohne großes Budget hat, beweist die schräg gegenüber gelegene Organisation Giorno Poetry Systems, die Künstler*innen, Dichter*innen und Musiker*innen unterstützt.
Die Eröffnungsausstellung im New Museum trägt den Titel „New Humans“. Sie präsentiert Arbeiten von 150 Künstler*innen über das Thema des Menschseins angesichts moderner Technologien. Die Bilder der Ausstellung wirken wie ein erdender Kontrapunkt zum aktuellen Hyperventilieren angesichts der vielen KI-Verheißungen.
Wie beim SANAA-Gebäude besteht die Fassade aus Verbundglas mit Metallgewebe, wirkt jedoch transparenter und vermittelt bei Dunkelheit die Aktivitäten nach außen. Mit Ateliers will das Raumprogramm lokale und internationale Kunstschaffende unterstützen und neuen Initiativen des New Museum Platz bieten: dem Kulturinkubator „NEW INC“ und der Medienplattform „Rhizome“. Zugleich gibt es künftig mehr Geld für Bildungsprogramme, Gespräche und Workshops, die das Haus in seiner Umgebung verankern. Dass diese durchaus noch radikale und experimentelle Kunstorte ohne großes Budget hat, beweist die schräg gegenüber gelegene Organisation Giorno Poetry Systems, die Künstler*innen, Dichter*innen und Musiker*innen unterstützt.
Die Eröffnungsausstellung im New Museum trägt den Titel „New Humans“. Sie präsentiert Arbeiten von 150 Künstler*innen über das Thema des Menschseins angesichts moderner Technologien. Die Bilder der Ausstellung wirken wie ein erdender Kontrapunkt zum aktuellen Hyperventilieren angesichts der vielen KI-Verheißungen.
Bautafel
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- OMA, Shohei Shigematsu, Partner in Charge; Rem Koolhaas, Partner in Collaboration; Jake Forster, Associate/Project Architect; Jackie Woon Bae, Design Lead; Ninoslav Krgovic, Technical Lead
- Architect of Record:
- Cooper Robertson (now Corgan), Erin Flynn, Principal; Andrew Barwick, Senior Associate; Isil Akgul, Project Architect
- Bauherrschaft:
- New Museum
- Fläche:
- 5.753 m²
- Baukosten:
- 70.800.000 €
Kommentare
seb74
Operation erfolgreich...Patient tot.Schade: die SANAA Kisten hatten so was leichtes, einfaches, trotz aller Gewolltheit doch unprätentiös. OMA dann...na ja, eben leider nicht.
auch ein
gegen den bestand anstinken ist da schwer...aber das war irgendwie GAR nix. nicht anders, nicht gleich, seltsame riesen unnutzbare "luft"räume...hat was vom HR Giger Alien -gehege.Und auf bild 8: kucken die sterne an?komisches teil, der original-erläuterungstext ist sicher lustig zu lesen....
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