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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Neun_exzentrische_Stadthaeuser_6950031.html

25.07.2019

Crazy in Seoul

Neun exzentrische Stadthäuser


Rund zehn Millionen Einwohner*innen hat die südkoreanische Hauptstadt Seoul und eine Dichte von über 16.000 Menschen pro Quadratkilometer. Bei einer starken Wirtschaftskraft des Landes findet die Architektur außergewöhnliche Bedingungen in der Stadt vor: hohe Grundstückspreise und die Maximierung der Nutzflächen als oberstes Gebot. Diesen räumlichen Druck brachten die Südkoreaner*innen bereits 2016 mit ihrem Biennale-Beitrag in Venedig zur Diskussion, als sie mit dem FAR Game das Ringen um die Geschossflächenanzahl in der Stadt auf eine spielerische Ebene hoben.

Die Flächen sind in Seoul jedoch in viele kleinere Privatgrundstücke parzelliert, was bei diesen extremen Bedingungen einen interessanten Effekt hat. So sind die Bodenpreise zwar hoch, die Erstellungskosten aber niedrig. Aus dieser Kluft entstehen immer wieder extrem individualistische Bauten. Diese exotischen Architekturen kombinieren die Flächenausnutzung mit einer starken ästhetischen Setzung – und zwar bei den unterschiedlichsten Typologien. Öffentliche Stadtteilzentren gibt es zu entdecken, kleine private Wohnhäuser, Kindergärten, Mini-Büros, High-End-Boutiquen oder kollektive Wohnformen. Und natürlich den meistverbreiteten Typ: das Stadthaus mit Ladenlokal, Büroräumen und Wohnungen im oberen Teil, gerne auch mit einem besonders exzentrischen formalen Ausdruck.

Für Architekt*innen ist die Situation in Seoul damit Fluch und Segen zugleich, garantieren doch gerade die Beschränkungen das Besondere. Prototypisch können hierfür die Arbeiten von IROJE KHM Architects oder Moon Hoon stehen. Dessen bekanntester Bau – die wachsame Eule – ist allerdings nicht in diesem Special vertreten, da er nicht in Seoul steht, sondern in der Hafenstadt Busan. (sb)

Titelbild: Archi-Fiore von IROJE KHM Architects, Foto von Sergio Pirrone




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