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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Museum_von_-lvaro_Siza_und_Carlos_Castanheira_in_Ningbo_7497314.html

16.12.2020

Schwebender Monolith

Museum von Álvaro Siza und Carlos Castanheira in Ningbo


Am See Dongqian südöstlich der chinesischen Küstenstadt Ningbo zieht neuerdings ein geheimnisvoll wirkender, minimalistischer Monolith die Blicke auf sich. Das dreieckige Volumen mit zwei konkaven und einer konvexen Seite scheint hermetisch abgeschlossen und gänzlich umfangen von einer weich fließenden Hülle aus anthrazitfarbenem, geriffeltem Metall. Die dunkle Masse schwebt regelrecht in der Landschaft, erst bei genauerem Hinschauen rückt ein heller Sockel ins Bild. Es handelt sich um das MoAE – Huamao Museum of Art Education, ein aktuelles Projekt von Álvaro Siza Vieira, das er in Zusammenarbeit mit Carlos Castanheira und dessen Büro CC&CB (Vila Nova de Gaia) realisiert hat. Die beiden haben schon einige Projekte gemeinsam umgesetzt, darunter immer wieder auch Museen.

Der Entwurf für Ningbo spielt mit Größenverhältnissen und dem Prinzip von Kompression und Komplexität. Von außen kompakt und sehr konzentriert wirkend, innen weit und luftig, schreibt Castanheira – „ein kleines Museum, das eigentlich riesig ist“. Tatsächlich lässt sich von außen nur schwer einschätzen, über welche inneren Dimensionen der Baukörper verfügt, denn er erscheint dicht und äußerst komprimiert. Tatsächlich beherbergt er 5.300 Quadratmeter Fläche, verteilt auf ein Unter- und das Erdgeschoss sowie fünf Obergeschosse. Das etwas zurückgesetzte, halb in den Hang eingefügte Erdgeschoss wirkt fast miniaturhaft klein, der Eingang ist geradezu unscheinbar.

Beim Betreten des Innenraums verkehrt sich dieser Eindruck auf überraschende Weise in sein Gegenteil. Hier löst sich die Masse in einen großzügigen Leerraum auf, der sich durch alle Obergeschosse zieht. Das strahlend weiße Atrium wird durch ein Oberlicht mit Tageslicht versorgt. Eine nach oben mäandernde Rampe verbindet die verschiedenen Ebenen, auf denen sich die einzelnen Ausstellungsräume befinden. Über geometrisch geschnittene Öffnungen sind diese mit dem Atrium verbunden. Erst oben auf dem Dach öffnet sich der introvertierte Bau wieder nach außen – mit einer Terrasse samt Café. (da)

Fotos: HouPictures


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