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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Museum_des_20._Jahrhunderts_gestoppt_7196109.html

01.04.2020

Corona-Krise erreicht Berliner Kulturforum

Museum des 20. Jahrhunderts gestoppt


Das Museum des 20. Jahrhunderts von Herzog & de Meuron (Basel) am Kulturforum in Berlin wird nicht gebaut. Das gab die Stiftung Preußischer Kulturbesitz SPK heute Vormittag in einer knappen Pressemitteilung bekannt. Als Grund werden die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten in Folge der Corona-Krise genannt. Die Entscheidung ist richtig und nachvollziehbar angesichts der unklaren gesellschaftlichen und ökonomischen Situation.

Bei 450 Millionen Euro lag die Kostenschätzung im Herbst letzten Jahres. Doch dass diese Summe reichen würde, galt vielen als unsicher. Hinter vorgehaltener Hand ließen nicht nur Akteure der Kulturszene, sondern auch einschlägige Politikerinnen durchblicken, dass Argumentation und Zeitpunkt der Entscheidung vorgeschoben seien, um das Projekt ohne Gesichtsverlust stoppen zu können.

Interessanterweise formuliert die Stiftung in ihrer Pressemitteilung direkt eine alternative Nutzung: Die bereits ausgehobene Baugrube wird zu einem Ententeich umgestaltet. Der Ententeich kann als ein intellektuell niedrigschwelliges Angebot begriffen werden, mit dem sich hoffentlich alle Berliner*innen identifizieren können. Außerdem möchte ihn die Stiftung angesichts der vielen Kritik am Bauprojekt als Geste der Versöhnung verstanden wissen. Den Enten kommt demnach die Rolle eines „sozialen Kitts“ zu, denn letztlich sind Enten in einem Teich das stadträumliche Pendant zu Katzen in sozialen Medien: Jeder hat sie von Herzen gern!

Um die Kosten für den Ententeich möglichst gering zu halten, soll ein studentischer Wettbewerb ausgelobt werden. Im ersten Schritt wird nun eine Stiftung gegründet, die eine zeitnahe Umsetzung des Projekts konzeptionell und inhaltlich begleitet. Gut unterrichtete Kreise – die sich leider keinesfalls zitieren lassen wollen – gehen davon aus, dass der Posten des Gründungsdirektors der Bundesstiftung Ententeich an den SPD-Politiker Florian Pronold gehen könnte. (gh)


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Auf Grund der Größe des Grundstücks ist eine durchaus weitläufige, dicht bewachsene Anlage vorstellbar.

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Auch die Realisierung baulicher Strukturen für die gefiederten Freunde ist denkbar.

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Küken statt Konzeptkunst: Der Ententeich könnte ein echtes „Projekt der Herzen“ im Zentrum der Hauptstadt werden.

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