Stadtentwicklung in Angola
Masterplan von Foster + Partners
Foster + Partners haben Entwürfe für ein Projekt in Angola vermeldet: In Zusammenarbeit mit dem angolanischen Verkehrsministerium entwickelte das Londoner Büro den Masterplan für die Aerotropolis Icolo e Bengo – ein 13.480 Hektar umfassendes Infrastruktur- und Stadtentwicklungsprojekt rund um den 2023 fertiggestellten internationalen Flughafen, circa 40 Kilometer landeinwärts der Hauptstadt Luanda.
Der Bau des Flughafens war eine Reaktion auf die logistischen Herausforderungen des wirtschaftlichen Aufschwungs, der sich in Angola seit Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2002 vollzieht. Als Teil der langfristigen nationalen Entwicklungsstrategie Angola 2050, die auf wirtschaftliche Diversifizierung weg vom Öl abzielt, soll die Aerotropolis die globale Präsenz des Landes weiter stärken und zugleich als regionaler Knotenpunkt für Zentral- und Südafrika dienen.
Drei Stadtteile – nördlich, westlich und südlich des Flughafens – mit inhaltlich unterschiedlichen Schwerpunkten schlagen die Architekt*innen vor. Ein von hohen Solitärbauten geprägter Geschäfts- und Kulturbezirk im Norden verbindet sich mit dem Stadtzentrum Luandas, während ein niedrig bebauter Forschungs- und Innovationsbezirk im Westen an ein bestehendes Wohnviertel anschließt. Auf der Südseite des Geländes soll ein Zentrum für Gastgewerbe entstehen. Luxuriöse Resorts, Hotels, Villen und Sportanlagen bieten hier einen Blick auf den angrenzenden Quisama-Nationalpark.
Ein 42 Kilometer langer Grünzug verbindet die Quartiere. Er dient der Erholung und der Entwässerung ebenso wie der Erschließung mit ÖPNV und Fahrrad. Zur Versorgung des Baugebiets mit grüner Energie sind drei Quadratkilometer PV-Anlagen entlang der Start-und Landebahnen vorgesehen. Das gesamte planerische Raster orientiert sich an der vorherrschenden Windrichtung, um auf natürliche Weise ein kühles Stadtklima zu schaffen.
Das neue Zentrum werde sich nahtlos in die atemberaubende Landschaft Luandas einfügen, sagt Gerard Evenden, geschäftsführender Senior-Partner bei Foster + Partners. Mit dem Flughafen als Katalysator entwickle sich hier eine Stadt, „in der sich Unternehmen ansiedeln und Chancen für die lokale Bevölkerung auftun, und die Touristen aus der ganzen Welt anlocken wird“. (kms)
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