Der Weg der Proben
Laborgebäude in Wien von AHA Austrian Healthcare Architects
Die Klinik Favoriten liegt im gleichnamigen 10. Wiener Gemeindebezirk. Sie hat ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert und ist ein wichtiger Baustein der stationären medizinischen Versorgung im Süden der Stadt. Ursprünglich als Pavillonanlage konzipiert, wurden Areal und Programm über die Jahrzehnte mehrfach nachverdichtet. Aktuell erfolgt eine weitere Modernisierung im laufenden Betrieb, die 2035 abgeschlossen sein soll.
Ein wichtiges Projekt im Rahmen dieses Großvorhabens ist das neue Institut für Labordiagnostik, das in diesem Jahr fertiggestellt wurde. Verantwortlich für Planung und Umsetzung war der Verbund AHA Austrian Healthcare Architects, in dem sich die Wiener Büros Architects Collective, F+P Architekten und SWAP Architektur zusammengeschlossen haben. Im Fall des hier vorgestellten Laborgebäudes oblag die Generalplanung F+P Architekten.
Der langgestreckte Neubau steht am östlichen Rand des Grundstücks an der Triester Straße. Über einen Tunnel im Untergeschoss und ein oberirdisches Verbindungsbauwerk ist das Gebäude an den umliegenden Bestand angebunden. In der Flucht des Riegels schließt unmittelbar die Pathologie an, deren Geschossniveaus fortgeführt wurden.
Das Institut zeigt sich im Stadtraum mit einer variierend strukturierten, hinterlüfteten Fassade aus karbonisiertem Holz. Zugänglich ist es über einen Eingang an der Schmalseite. Dieser ist dem Klinikgelände zugewandt. Zur Straße hin gibt sich das Erdgeschoss verschlossen. Für zusätzlichen Abstand sorgt ein Perimeterzaun, der die Klinik umschließt. Umgesetzt wurde das Gebäude als Stahlbetonkonstruktion mit zwei Erschließungskernen an den beiden kurzen Enden des Baukörpers.
Im Inneren lag der Fokus der Raumorganisation auf den diagnostischen Abläufen. Die Proben werden mittels Rohrpost aus allen Teilen der Klinik angeliefert und primär über eine automatisierte Laborstraße im 2. Obergeschoss verarbeitet. Spezialisiertere Labore sind entlang der Fassade in Richtung Triester Straße aufgereiht. Richtung Campus ordneten die Planer*innen Loggien für die Mitarbeitenden an. Die Gestaltung ist funktional, freundlich und hell. Gläserne Trennwände sorgen für Transparenz. (sb)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- AHA Austrian Healthcare Architects
- Unter AHA kooperierende Büros:
- Architects Collective, F+P Architekten, SWAP Architektur
- Generalplanung:
- F+P Architekten
- Bauherrschaft:
- Wiener Gesundheitsverbund, Stadt Wien
- Fläche:
- 4.700 m² Bruttogrundfläche




