Drei Kiesel im Hochhausmeer
Kulturzentrum von gmp in Nanning
Tianjin, Chongqing, Qingdao und nun Nanning: Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner haben bereits ihr viertes „Grand Theater“ in China realisiert, das Guangxi Culture & Art Center. Der vor Kurzem eröffnete Gebäudekomplex mit einer Bruttogrundfläche von 113.000 Quadratmetern ist nach dem Messe- und Kongresszentrum der zweite ikonische Bau der Architekten in der südchinesischen Metropole Nanning. Als Bauherr trat die Investmentgruppe Weining Ltd. auf.
Der in China beliebte und weit verbreitete Bautypus des Grand Theaters bietet in meist spektakulärem Design Raum für eine große Bandbreite an musikalischen und kulturellen Angeboten, vom klassischen Konzert bis hin zur Galashow. Beim Guangxi Culture & Art Center bringen gmp die verschiedenen Funktionen in drei separaten, abgerundeten Baukörpern unter, die auf einem gemeinsamen Sockel sitzen und von einem auf halber Höhe schwebenden Dach umflossen werden.
In jedem Volumen ist ein Saalbau untergebracht: Im Südwesten liegt das Opernhaus mit 1.600 Plätzen und einer 600 Quadratmeter großen Bühne. Der hufeisenförmige, holzvertäfelte Saal bietet mit einer Nachhallzeit zwischen 1,5 und 1,8 Sekunden ideale akustische Bedingungen. An der Ostseite schließt eine Konzerthalle mit Orgel für 1.200 Besucher als gestrecktes Sechseck mit abgerundetem Bühnenbereich an. Breite Holzbänder rhythmisieren den Raum an Wänden und Decke. Der Multifunktionssaal im Norden ist mit 550 Sitzplätzen der kleinste Saal. Eine elektronisch gesteuerte Akustik und bewegliche Hubpodeste ermöglichen hier diverse Bühnensituationen, für Musik-, Ballett- und Theaterinszenierungen ebenso wie für Modenschauen.
Die organisch geformte Lamellenstruktur der Fassaden entstand in Zusammenarbeit mit schlaich bergermann partner (Stuttgart). Ausgeführt als Stahlfachwerkkonstruktion mit einer Verkleidung aus gefalteten weißen Aluminiumpaneelen, lässt sie an den Hochhauskomplex Chaoyang Park Plaza von MAD in Peking denken. Wie dieser ist auch das direkt am Fluss Yong liegende Guangxi Kulturforum den typischen Formen chinesischer Berglandschaften nachempfunden, wirkt aufgrund seiner strahlend weißen Farbe und der moderateren Höhe aber wie der Antipode zu MADs „dunklem Gebirge“. (da)
Fotos: Christian Gahl
grauenhaft zersägt. Wenn wenigstens das Vordach eine ruhige Fläche wär. Vielleicht kann man das beheben, wenn nach einem Jahrzehnt sich der Smog darauf abgelegt hat. Im Foyer nimmt man gar nicht wahr, das die Säle unter der Dachhaube eingestellt sind. Die Säle an sich sind ja ganz solide.
Wo ist das Leben?