Gestaffelt in Aalen
Kombibad von 4a Architekten
Im November 2025 eröffnete der Innenbereich des Hirschbachbades im ostwürttembergischen Aalen – mit einem befrackten Sprung des Oberbürgermeisters vom Fünfmeterbrett. Seit diesem Sommer können nun auch die Außenbecken der kommunalen Einrichtung genutzt werden, die nach Plänen der Bäderspezialisten 4a Architekten (Stuttgart) entstanden ist. Das Kombibad ersetzt das alte städtische Hallenbad an einem anderen Standort. In Hanglage fügt es sich mit gestaffelten Geschossen und terrassierten Sonnenwiesen in die Landschaft des Tals ein, das als Kaltluftleitbahn eine wichtige Funktion für das Stadtklima Aalens hat.
4a Architekten qualifizierten sich 2019 im Realisierungswettbewerb für die Bauaufgabe. Die Bauzeit des Bades betrug knapp dreieinhalb Jahre. Für Schul- und Vereinssport, Familien und Erholungssuchende stehen auf 11.515 Quadratmetern BGF insgesamt rund 2.770 Quadratmeter Wasserfläche zur Verfügung, dazu kommen 344 Quadratmeter für den Saunabereich. Im Hallenbad befinden sich ein 25-Meter-Sportbecken, ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden, ein Sprungbecken, ein Freizeitbecken, ein Planschbecken sowie ein Landebecken für die Röhrenrutsche. Der Freibadbereich bietet ein 50-Meter-Sportbecken, ein weiteres Freizeitbecken und einen Kinderplanschbereich.
Die behutsame Einbettung in die Tallandschaft war bereits Teil der Ausschreibung und bildet den zentralen Entwurfsgedanken: Die Geschosse und begrünten Dachflächen des in den Hang gegrabenen Gebäudes entwickeln sich aus der Topografie. Die Dachrandverkleidungen greifen das Farbspektrum der Umgebung auf und erinnern zugleich an den Erzabbau, der in Aalen bis ins 20. Jahrhundert betrieben wurde. Terrassen, Liegewiesen und Beckenlandschaften führen die räumliche Staffelung des Gebäudes im Freiraum weiter.
Innen herrscht eine zurückhaltende Farbgebung. Grün- und Rosatöne setzen im Kinder- und Rutschenbereich Akzente, auch die tief im Gebäude liegenden Umkleiden und Duschen sind farbig gestaltet. Großflächige Verglasungen und Oberlichter bringen Tageslicht tief ins Gebäude; die Badehallen öffnen sich zur Landschaft. Das Nachhaltigkeitskonzept umfasst neben Photovoltaik, Wärmerückgewinnung und effizienten Wärmetauschern auch Solarabsorber, die die Warmwasserbereitung unterstützen. (kms)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur LPH 1-7:
- 4a Architekten
- Planung:
- Sebastian Gollmer (Projektleitung), Peter Ingmar Meschendörfer, Senedin Jusic, Sheelah Walter, Luca Leonina Deimling, Manoela Calbresi
- Landschaftsarchitektur:
- AO Landschaftsarchitekten Stadtplaner Ingenieure
- Bauleitung, LPH 8:
- 2plus Baumanagement
- Tragwerksplanung:
- schlaich bergermann partner
- HLS:
- Kannewischer Ingenieurgesellschaft
- Bauherrschaft:
- Stadt Aalen
- Fläche:
- 11.515 m² Bruttogrundfläche




