Nachverdichtung in Vorarlberg
Kindergarten in Altach von Innauer Matt Architekten
Die Vorarlberger Gemeinde Altach an der Grenze zur Schweiz wächst. Um den Zuzug aufnehmen zu können, muss der Ort Siedlungsflächen nachverdichten. In diesem Sinne entstehen aktuell auf einem zentrumsnahen Areal vier Wohnbauten nach Plänen von Innauer Matt Architekten (Bezau). Ergänzt werden diese durch ein Kinderhaus, das das Büro bereits 2023 fertiggestellte. Der konstruktive Holzbau nimmt Kleinkinder- und reguläre Kindergartengruppen auf. Darüber hinaus steht er auch Anwohner*innen offen.
Entstanden ist das Kinderhaus im Auftrag der Gemeinde Altach, die 2019 einen Wettbewerb dazu auslobte. Innauer Matt Architekten setzten sich durch und realisierten den Bau innerhalb von dreieinhalb Jahren. Zusätzlich zu einer Nutzfläche von knapp 1.200 Quadratmetern für die Kinderbetreuung planten die Architekt*innen eine Tiefgarage mit rund 2.900 Quadratmetern. Sie soll das Quartier autofrei halten.
Das Kinderhaus sitzt im vorderen Teil des Grundstückes, dahinter schließen Spiel- und Freiflächen an. Ebenerdig betreten die Kinder den zweigeschossigen Bau über ein großes Foyer. Mit einem zentralen Luftraum öffnet sich dieses bis unters Dach, wo dank einer Oberlichtkonstruktion Tageslicht in den Innenraum dringt. Seitlich reihen sich Büros, Ess-, Schlaf- und Turnräume auf. Eine witterungsgeschützte Spielterrasse dient als Übergang zum Garten. Darüber hinaus gibt es noch einen flexibel nutzbaren Bewegungsraum, der separat über den Vorplatz erschlossen und von Anwohner*innen mitgenutzt werden kann.
Im Obergeschoss besetzten Gruppenräume die vier Gebäudeseiten. Die Holzkonstruktion bleibt im Innenraum sichtbar, teilweise verkleiden unbehandelte Fichtenholzoberflächen die Wände. Der Eingangsbereich erhielt einen Boden aus geschliffenem Beton, das Treppenhaus Terrazzo und die Aufenthaltsbereiche Massivholzdielen aus Braunkernesche. Insgesamt seien so rund 217 Tonnen Holz verbaut wurden. Die Tiefgarage ist in Massivbauweise errichtet. Die Gesamtkosten (KG 1-9) werden mit 9,5 Millionen Euro angegeben. (sbm)
Fotos: Dominic Kummer
- Fertigstellung:
- 2023
- Architektur:
- Innauer Matt Architekten (Bezau)
- Bauherrschaft:
- Gemeinde Altach
- Freiraumplanung:
- Planstatt Senner, Überlingen
- Fläche:
- 4.086 m²
- Baukosten:
- 9.500.000 €
Mehr zum Kinderhaus in Altach auch auf BauNetz Wissen.
Ich sehe nicht wer sich wo rausreden will ? Abgesehen davon. Es ist die Aufgabe der ArchitektenInnen Spiel- und Handlungsräume zu entwerfen und nicht das Leben darin. Auch als Kind habe ich z.B. gerne auf ein weisses Blatt Papier meine bunten Zeichnungen gemalt. Leere kann überhaupt erst gefüllt werden. Das Neutrale erwirkt das Individuelle. Ich sehe nicht wo das Projekt trostlos sein soll ?
Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien zur positiven Wirkung von Farben bei der Entwicklung der Kinder. Es gibt sogar so viel Studien dazu, dass diese Ergebnisse bei manchen Produktherstellern angekommen sind. Auch in nahezu allen pädagogischen Konzepten spielen Farben eine große Rolle.
Das Argument, dass doch die Kinder selbst Farben in die Bude bringen, ist eine Ausrede der Gestalter. Es ist nicht Aufgabe der Kinder, trostlose Gestaltung mit aufgehängten Fingerfarbenbilder zu kaschieren. Das ist unser Job als Planer ;-)
Warum gönnt man den Kindern keine Farbe, kein Leben?
Ein paar blaue Plastikbälle für den Fotografen ins Bild geworfen...das sagt doch schon alles. Sehr traurig.