Aufstieg in Shenzhen
Sport- und Kunstzentrum von O-office Architects
Mit der „New Campus Action“ will Chinas Boomtown Shenzhen systematisch die Aufenthaltsqualität an bestehenden öffentlichen Schulen verbessern. Diese werden nämlich seit Dekaden nach ähnlichem Schema geplant, um dem immer weiter wachsenden Bedarf mit kurzen Bauzeiten zu begegnen. Ihnen fehle allerdings oft der humanistische Geist, sagt das Büro O-office Architects aus Guangzhou, das vor kurzem den Campus für die Hongling Middle School um ein Sportzentrum ergänzte.
Nach ihrer Eröffnung 1981 war die Hongling Middle School im zentralen Futian District die erste öffentliche Sekundarschule der neugegründeten Sonderwirtschaftszone Shenzhen. Inzwischen verteilt sie sich auf mehrere Standorte im gesamten Stadtgebiet. Ihre Zweigstelle am Tanglangshan Park erweiterten O-office für die Shenzhen Futian District Public Works. Die Architekt*innen entwickelten einen terrassierten Baukörper, der auf etwa 8.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche Räume für die kreative und sportliche Entfaltung der Schüler*innen bietet.
„Das Campusleben sollte nicht nur aus immer gleichen Wegen zwischen Klassenzimmern, Wohnheimen und Sportplätzen bestehen“, finden die Architekt*innen. „Das Leben nach dem Unterricht muss vielfältiger sein!“ Diese angestrebte Vielfalt übersetzten sie in allerhand Sportflächen, die sie vor, in und auch auf dem Gebäude platzierten. Alle gängigen Formate sind vertreten, sodass hier beinahe jeder Ballsport gespielt werden kann – von Tischtennis über Badminton bis Fußball. Eine ebenerdige Schwimmhalle ergänzt das sportliche Angebot.
Der rampenartige Bau steigt mit etwa 10 Prozent nach Süden an und kann deshalb relativ bequem bestiegen werden. Oben wird es auch für sportlich weniger interessierte Schüler*innen spannend, denn das Dach beherbergt neben Bewegungsangeboten auch Orte zum Verweilen und Klassenräume für den Kunstunterricht.
An mehreren Stellen dockt die Erweiterung zudem mittels Brücken an den alten Schulbau an, was die allgemeine Erschließung des Campus-Areals verbessert. Im Wechselspiel mit Einschnitten in Fassaden und Decken solle dies neue Möglichkeiten für die Interaktion zwischen den Schüler*innen eröffnen. (tg)
Fotos: Siming Wu, Chao Zhang
- Architektur:
- O-office Architects
- Auftraggeber*in:
- Shenzhen Futian District Public Works Department
- Fläche:
- 8.000 m²
Ebenfalls in Shenzhen revitalisierten O-office eine Industrieruine und bauten sie zu einem Campus mit experimentellem Schwerpunkt um.
Mir geht es um die Architektur und der Frage, warum wir sowas nicht in Deutschland bauen (können). Stattdessen wird sich erstmals damit beschäftigt warum das Einparteiensystem in China schlecht ist. Keine Frage es ist zu kritisieren, aber damit lösen wir nicht die Frage, warum die Toiletten in unseren Schulen schlimmer aussehen als am Bahnhof.
Wer geistige Bildung und körperliche Leistungsfähigkeit, auf das Schönste verbindet und sie im rechten Maße der Seele dienstbar macht, der ist nach unserer Ansicht der vollendet gebildete und harmonisch gefügte Mensch. Erlaube mir mal auch noch Sokrates hinzuzufügen: "Kein Mann hat das Recht, ein Amateur in Sachen körperliches Training zu sein . Es ist eine Schande für einen Mann, alt zu werden, ohne die Schönheit und Kraft zu sehen, zu der sein Körper fähig ist"
Ganz abgesehen davon finde ich, daß die Anlage auch einem Gefängnis oder Arbeitslager nicht unähnlich ist. Die Spiel- und Sportanlagen sind optisch gut gemachte Kosmetik.
Das Leben in China hat so viel mit Humanismus zu tun wie E-Autos mit einer Bibliothek. Platon rotiert im Grab. Natürlich stimmt es trotzdem, dass man in Mitteleuropa viel mehr für die Bildung der Kinder und Jugendlichen tun muss. Nur wird man das mit bunten Sportanlagen nicht schaffen. Da braucht es Einsatz von Menschen: Eltern, Kindergärtner, Lehrer. Gebäude sind dann auch wichtig, aber zweitrangig.