15 Millionen Jahre später
Hallenbad in Nördlingen von löhle neubauer architekten
Es ist schon eine Weile her, aber einst hat ein Asteroid zwischen der Schwäbischen und der Fränkischen Alb einen ordentlichen Krater in den Boden geschlagen. Die resultierende Landschaftsformation nennt sich Nördlinger Ries, benannt nach der Kleinstadt Nördlingen, die an dieser Stelle vor mehr als 1.000 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde. Durchaus folgerichtig lädt dort seit Kurzem das neue Kraterbad zum Schwimmen ein.
Das Projekt geht zurück auf einen Wettbewerb, den löhle neubauer architekten 2021 für sich entscheiden konnten. Das Büro aus Augsburg übernahm die Planung bis Leistungsphase 5 sowie die Gesamtkoordination und die künstlerische Oberbauleitung. Von Jurysitzung bis Baubeginn vergingen zwei Jahre, weitere drei dauerte es bis zur Fertigstellung.
Das neue Hallenbad am südöstlichen Stadtrand wurde als Ersatz für einen in der Nähe gelegenen Bau errichtet. Lag letzterer ein kleines bisschen zentraler, ist das Gebäude nun Teil eines Sportparks mit weiteren Sport- und Freizeitangeboten. Mit dem Umzug hat sich auch das Nutzungskonzept verändert. Ursprünglich lag der Fokus primär auf Schwimmunterricht und körperlicher Ertüchtigung, jetzt gibt es auch Wellness und Familienspaß. Dazu gehört eine komplette Saunalandschaft mit Innen- und Außenbereichen, Dampfbad, Ruheräumen und Gastronomie. Neben einem regulären 25-Meter-Becken entstand ein Freizeitbecken mit verstellbarem Hubboden sowie zwei Planschbecken und eine separate Dreifachrutsche.
Platz findet das Programm in vier Volumen unterschiedlicher Höhe und Länge, was die Einbettung der Anlage in die Landschaft erleichtert. Das kleinste dieser Volumen steht etwas abseits am Rand des von lohrer hochrein landschaftsarchitekten entworfenen Außenbereichs und nimmt eine „Felsensauna“ samt „Erlebnisduschen“ auf. Die Baukörper sind mit einer vertikalen Holzverkleidung versehen. Die Schwimmhalle ist im Erdgeschoss außerdem umfangreich verglast. Die Becken sind hintereinander angeordnet, eine Galerie fungiert als ruhiger Rückzugsort.
Im Kontrast zum Holz der Fassade überrascht das Foyer mit Sichtbeton. Auch die südwestlich angeordnete Sauna und die gegenüber auf der anderen Seite der Halle befindliche Umkleide sind davon geprägt. Die Schwimmhalle selbst wurde hingegen passend zur Hülle als Holzhybridkonstruktion ausgeführt und auch an Wänden und Decken holzsichtig verkleidet. (sb)
- Fertgistellung:
- 2026
- Architektur:
- löhle neubauer architekten
- Landschaftsarchitektur:
- lohrer hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner
- Kunst am Bau:
- Christoph Brech
- Weitere Planungsbeteiligte:
- Hitzler Ingenieure (Projektsteuerung), Prokopetz Architekten + Ingenieure (Objektüberwachung LPH 6-9), Wipflerplan Planungsgesellschaft (Landschaftsarchitektur Objektüberwachung LPH 6-9), Schneck Schaal Braun Ingenieurgesellschaft (Tragwerksplanung), IB Möller + Meyer (Planung und Bauüberwachung: Heizung, Lüftung, Sanitär / Badewassertechnik / Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik), VE plan (Elektrotechnik-Planung), Schneck Schaal Braun Ingenieurgesellschaft (Bauphysik)
- Bauherrschaft:
- Große Kreisstadt Nördlingen
- Fläche:
- 6.000 m² Bruttogrundfläche




