Dom-Ino reloaded gewinnt
Häuser des Jahres 2026 ausgezeichnet
Einmal im Jahr kürt der Callwey Verlag die 50 schönsten Einfamilienhäuser im deutschsprachigen Raum. Diese Auswahl bildet zugleich die Shortlist für den „Häuser des Jahres“-Award, den die Münchner heuer zum 16. Mal vergeben haben. Mit 240 lag die Zahl der Einreichungen auf einem Rekordhoch – bemerkenswert, wird doch bekanntlich diese Typologie aus ökologischen und stadtplanerischen Gründen gerne totgesagt. Dass sich unter den Anerkennungen gleich drei Umnutzungen finden, spricht in diesem Sinne aber für sich. Der erste Preis ging jedoch an ein rundum neues Projekt: die Maison Imho in Riehen von Stern Zürn Architekten (Basel).
Das dreigeschossige Wohnhaus interpretiert die Struktur und die auf Resteverwertung abzielende Materialwahl von Le Corbusiers Dom-Ino-Prinzip standortbezogen neu: Ein Tragskelett aus Recyclingbeton bildet das Gerüst, in das nichttragende Wände aus Lehmziegeln eingefügt sind – hergestellt auf Grundlage des Aushubs des Hanglagen-Grundstücks. Hangabwärts öffnen sich die Räume großflächig zur Landschaft, bergseitig bleibt die Fassade geschlossen und orientiert sich an der kleinteiligen Nachbarschaft.
Alle Prämierungen im Überblick:
- 1. Preis: „Maison Imho“ in Riehen von Stern Zürn Architekten (Basel)
- Anerkennung: „Wohnen im ehemaligen Stall“ in Vuisternens-devant-Romont von Bard Yersin Architectes (Romont)
- Anerkennung: Flößerhaus-Ensemble in Steyr von Hertl Architekten (Steyr)
- Anerkennung: „Wohnen in Silotürmen“ in Schleedorf bei Salzburg von LP Architektur (Altenmarkt)
- Anerkennung: „Eine Remise zum Wohnen“ in Zug von Holdener Schönbächler | Architektur Kollektiv (Edlibach)
- Newcomer des Jahres: „Wohnen im Fluss“ in Dornbirn von Claudia Bär & Josef Mallaun Architekten (Andelsbuch)
- Fotografiepreis: Ralph Feiner
Zur Jury gehörten Karen Hartwig (Architektur und Wohnen), Eva Maria Herrmann (freie Architekturjournalistin), Roland Merz (Atrium), Ulrich Nolting (InformationsZentrum Beton), Christoph Ramisch (werk, bauen + wohnen) und Michael Schuster (DBZ) sowie Vorjahressieger Markus O. Kuntscher (Kuntscher Tscherning Architekten). Während im vergangenen Jahr der erste Preis nach München ging, ist diesmal kein deutsches Büro unter den Preisträgern vertreten. (kms)
Die Publikation „Häuser des Jahres 2026“ porträtiert alle 50 ausgewählten Projekte und ist im Callwey Verlag erschienen.



