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06.02.2024

Kindlicher Maßstab

Grundschule im kanadischen Saguenay


In der kanadischen Stadt Saguenay, etwa 180 Kilometer nördlich von Quebec, wurde eine neue Grundschule gebaut, die sich bewusst von der herkömmlichen Schularchitektur abheben soll. Realisiert wurde die École de l'Étincelle im Auftrag der lokalen Schulbehörde von einer Arbeitsgemeinschaft aus Agence SpatialeBGLA architecture (beide Quebec/Montreal) und Appareil Architecture (Montreal). 2023 wurde der Bau fertiggestellt. Auf einer Fläche von rund 3.600 Quadratmetern bietet das Haus nun Platz für 290 Schüler*innen. Die Projektkosten werden mit 16,75 Millionen Kanadischen Dollar (rund 11,5 Millionen Euro) angegeben.

Ziel der Planungsgruppe war es, eine Architektur zu schaffen, die sich auf den Maßstab der Kinder bezieht. Dafür wurde die Schule in drei miteinander verbundene Gebäudeteile gegliedert, die sich u-förmig um einen Innenhof gruppieren und unterschiedliche Funktionen aufnehmen. Die Konstruktion besteht aus Holz, die übrigen Materialien stammen laut den Architekt*innen allesamt aus der Umgebung.

Im mittleren Baukörper befindet sich die Bibliothek, die zudem als gemeinschaftliches Lernzentrum dienen soll. Sie steht daher außerhalb der Schulöffnungszeiten auch den Anwohner*innen zur Verfügung. Eine breite Sitztreppe soll hier gleichermaßen Arbeits- und Aufenthaltsort sein. Um sie herum platzierten die Architekt*innen Gruppenräume, die als sogenanntes Creative Lab oder Culinary Lab unterschiedlichen Themen gewidmet sind.

Der nordwestliche Gebäudeflügel teilt sich wiederum in drei kleinere Bauteile auf. Abwechselnd giebel- oder traufständig reihen sich die Satteldachhäuser an den Innenhof und nehmen die Klassenräume auf. Verbunden sind sie durch gläserne Zwischenbauten, die sowohl Übergang als auch Aufenthaltsbereich sein sollen. Im gegenüberliegenden Flügel an der Straße kommen die Räume für das Personal sowie die Vorschule unter.

Die Gestaltung der Freiflächen übernahm das Collectif Escargo (Quebec) gemeinsam mit dem Büro Rousseau Lefevbre (Laval/Montreal). Auch sie wollten den Maßstab der Anlage den Schüler*innen anpassen. Daher teilten sie die Fläche in verschiedene Bereiche, die die Kinder zum Erkunden einladen sollen. Neben einem Sportparcours gibt es etwa einen Garten, Beete für den Gemüseanbau sowie ein Klassenzimmer im Freien. Gestalterisch werden diese verschiedenen Bereiche mit organischen Formen, ovalen Bodenmarkierungen und Geländevariationen bespielt. (sbm)

Fotos: Maxime Brouillet


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