Barbecue statt Parken
Grillanlage nahe der Costa Brava von h3o architects
Manchmal genügt eine kleine, gezielte Geste, um einen Ort grundlegend zu verändern. Etwa 100 Kilometer nordöstlich von Barcelona und drei Kilometer landeinwärts von der Costa Brava, im Industriegebiet der Gemeinde Castell d’Aro, haben h3o architects (Barcelona) einen ehemaligen Parkplatz in einen öffentlichen Mini-Park verwandelt. La Barbacoa Comunal nennt sich das Projekt. Das funktioniert als Ort für Nachbarschaft, Erholung und gemeinsame Mahlzeiten unter freiem Himmel.
Schon vor dem Umbau diente die versiegelte Fläche als improvisierter Treffpunkt für Nachbarschaftsfeste. 2021 beauftragte die Stadt das Büro, diesem inoffiziellen Ort eine dauerhafte Form zu geben. Im Mittelpunkt der Planung standen kollektive Mahlzeiten als verbindendes soziales Element. Die Architekt*innen betonen deren zentrale Rolle in der mediterranen Alltagskultur. Der Ort richtet sich nicht nur an Anwohnende, sondern auch an Wandernde und Radfahrende. Direkt an seinem nördlichen Rand verläuft nämlich ein Fernradweg, der Girona mit Sant Feliù de Guíxols am Meer verbindet. Es handelt sich um den zweiten Abschnitt der Via Verde del Carrilet, die auf einer alten Schmalspur-Bahntrasse eingerichtet wurde.
Altes und neues Herzstück der Anlage ist ein gemauerter Grill, der in improvisierter Form schon vor dem Umbau bestand. Er wurde erhalten, saniert und neu gefasst: mit dunkelblauen Kacheln, keramischen Details in warmen Tönen und türkisfarbenen Lochblechtüren. Eine wolkenartige Pergola mit zentralem Schornstein verleiht dem Volumen Sichtbarkeit.
Statt einfacher Möblierung des Platzes entschieden sich h3o für eine umfassendere Aufwertung. Zwei lange, abgewinkelte Tische durchziehen die Fläche und bieten Platz für rund 50 Personen. Die 1.700 Quadratmeter große Fläche wurde weitgehend entsiegelt, nur zwei Wege blieben asphaltiert: einer durch die Grünanlage und einer, der Hauptstraße und Grillplatz verbindet.
Neu gepflanzte Bäume spenden nun den Besuchenden Schatten in der Hitze. Heimische Pflanzenarten sollen dabei als Nistplatz für Vögel dienen. Die Architekt*innen geben ein Budget von 250.000 Euro an. (gk)
Fotos: José Hevia, Lluís Tudela, Fernando Mari
- Fertigstellung:
- 2023
- Entwurf:
- h3o architects
- Mitarbeit:
- Marcel Heras Toledo, Ramon Illan Toledo, Paula Widomska
- Bauherrschaft:
- Ajuntament de Castell-Platja d Aro
- Fläche:
- 1.739 m² Grundstücksfläche
- Baukosten:
- 250.000 €
Das Projekt war für den Simon Architecture Prize 2024 in der Kategorie „Collective Places“ nominiert.
Auch ich empfinde das so und überlege mir mittlerweile oft, ob ich noch teilnehmen soll am Diskurs.
Zum Umgang im Forum wurde übrigends anfangs diesen Jahres schon einmal von der Redaktion mehr Respekt und Sachlichkeit eingefordert.
Zum Projekt: Man sieht ihm an, dass mit Freude experimentiert wurde. Nichtsdestotrotz erscheint es mir in seiner Ausprägung etwas zu additiv und dadurch fragil. Ich hoffe, dass es langlebig nutzbar bleibt. Mutig und in meinen Augen gut und kontrastreich emfinde ich die Farbgebung.
Toll.
Bitte mehr davon!
wir architekten (oder eher die dauer-assistenten an der uni oder gar) reden ja eher so:
ich könnte mir hier angesichts des sonnenstandes gut vorstellen, dass eventuell der schatten, erzeugt von dem strukturell sehr interessanten, haptisch erfahrbaren und tektonisch gut verorteten , farblich sehr modern gehaltenen wetterschutzes , nicht ausreichend ist und seinen zweck nur im ansatz erreichen mag.
dennoch ist der, soziel sicher weiter zu untersuchende platz, hier eventuell ein wenig zwiespältig verortet und hinsichtlich des ortes etwas verfehlt.
durch die nutzung durch verschiedenste, eventuell auch nicht sorgfältig mit dem ort umgehenden benutzergruppen, die sich diesen aneignen könnte es eventuell in kürzerer zeit zu gewissen abnutzungserscheinungen infolge flexiblen nutzerverhaltens kommen....
besser?