Dichter werden, grün bleiben
Geschosswohnen in Den Haag von JVST
Große Teile der Bausubstanz in Den Haag Zuidwest entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Viertel gehört zu den Beispielen niederländischer Wiederaufbauarchitektur. Inzwischen ist vieles sanierungsbedürftig, gleichzeitig will die Stadt rund 10.000 neue Wohnungen schaffen. In den drei Quartieren Dreven, Gaarden und Zichten wird deshalb seit einigen Jahren saniert, abgerissen und neu gebaut. Im Teilquartier De Zichten haben JVST (Rotterdam) mit Steenzicht 1A einen der ersten Neubauten mit Sozialwohnungen fertiggestellt.
Die städtebauliche Grundlage für den Umbau der drei Quartiere stammt von Palmbout Urban Landscapes (Rotterdam). Das Büro entwickelte den Masterplan zwischen 2019 und 2022. Zentrale Idee ist der halb offene Block: Die Gebäude fassen begrünte, erhöht liegende Höfe, unter denen Parkplätze liegen. An ausgewählten Stellen verbinden breite Treppen Straße und Höfe, die damit für alle im Quartier zugängig bleiben. So soll die für Zuidwest charakteristische Großzügigkeit der Grünräume trotz der Verdichtung erhalten bleiben.
Steenzicht 1A liegt an der westlichen Ecke vom Teilquartier und übersetzt das Prinzip des halb offenen Blocks in zwei L-förmige Baukörper. Anstatt die fünf Geschosse als kompakte Masse auszubilden, staffeln JVST die Höhe der einzelnen Gebäudeteile. Das soll zugleich die Belichtung der Wohnungen und des Innenhofs verbessern.
Auf rund 8.500 Quadratmetern Bruttogrundfläche liegen 118 Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern sowie Maisonette- und Galeriewohnungen. Alle Einheiten sind durchgesteckt und werden über Laubengänge erschlossen. Diese prägen zugleich den Innenhof. Die Treppenhäuser mit Aufzügen liegen jeweils innen an den Ecken der Baukörper.
Der Innenhof liegt aufgrund der darunter angeordneten Garage auf dem Niveau des ersten Obergeschosses. Über zwei breite Treppen ist der Hof von den offenen Ecken des Blocks aus zugänglich. Nach außen orientiert sich der Neubau mit der warmen Backsteinfassade und dem orange-roten Sockel an der Materialität und Farbigkeit der Nachkriegsbauten. Im Innenhof wechseln die Architekt*innen den Ton: Pastellgrüne Betonsteine treten hinter die weißen Geländer der Laubengänge. (gk)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- JVST
- Masterplan:
- Palmbout Urban Landscapes
- Kollaboration Architektur:
- MLA+
- Fachplanung:
- Nieman Raadgevende Ingenieurs, iFource, VeriCon, HFB Groep
- Bauherrschaft:
- Heijmans, Staedion
- Fläche:
- 8.500 m² Bruttogrundfläche







