Strukturwandel gestalten
Campus Masters Juli/August entschieden
Die vier Preisträger*innen dieser Sommerrunde unterscheiden sich in Maßstab und Thema, teilen jedoch das Ziel, überholte Strukturen wieder nutzbar zu machen. Zwei Projekte stellen sich die Frage: Wie können Kulturdenkmale ein lebendiger Teil der heutigen Gesellschaft werden? Die beiden anderen prämierten Abschlussarbeiten entwickeln Konzepte, die urbane Strukturen durch Verdichtung in Verbindung mit nachhaltigem Neubau weiterentwickeln.
Den Jurypreis verliehen diesmal Lisa Zander, Marius Töpfer, Renée Tribble, Dominique Peck und Marieke Behne von projektbüro aus Hamburg. Er geht an Annika Brammer und Fynn Stellan Marz (Bauhaus-Universität Weimar) für ihre Masterarbeit A UND B:WA(H)RE. Das Projekt transformiert ein bestehendes Hochhaus und ergänzt es um ein Wohngebäude. Das Ensemble zielt auf eine gegenseitige Bereicherung von Alt und Neu ab. Die Jury lobt den sensiblen Umgang mit dem Vorgefundenen, der in eine eigenständige, überzeugende Vorstellung von Raum, Städtebau und Architektur mündet. Überzeugend sei zudem die gute Repräsentation der eigenen Arbeit in Zeichnung und Modell.
Vanessa Zwinger (Technische Universität Braunschweig) sichert sich mit ihrem Projekt Aqua ad Filum den 1. Platz im Online-Voting. In ihrer Arbeit entwickelt sie den Bunker Valentin in Bremen zu einem Zentrum für regenerative Materialgewinnung und sieht dort einen Produktionsstandort für algenbasierte Textilien vor. Ziel ist es, die Herstellung stärker in Deutschland zu verankern und gleichzeitig bestehende Leerstände zu integrieren.
Den 2. Platz belegt Emily Mayer mit ihrer Masterthesis Bestand mit Zukunft. Die Studentin der Hochschule Trier setzt sich dabei mit einer Typologie auseinander, die das Landschaftsbild des Kraichgaus prägt: die Tabakscheune. Das Gebäude soll als Erinnerungsort für die Geschichte des Tabakanbaus dienen und zugleich einen Begegnungsraum für die ländliche Region schaffen.
Das Projekt aussen lehm von Lena Kopsieker (Bauhaus-Universität Weimar) landet auf dem 3. Platz. In ihrer Masterthesis entwirft sie ein Bausystem aus Lehmsteinen und Holz, das die Qualitäten des Materials konsequenter erfahrbar machen soll – etwa durch unverputzte Lehmwände mit Witterungsschutz. Das System will zur Verdichtung urbaner Räume mit Wohnstrukturen beitragen.
Alle Preisträger*innen dieser Wettbewerbsrunde erhalten Publikationen aus den Verlagen Birkhäuser und JOVIS. Sie haben sich für die Teilnahme an der Jahreswertung qualifiziert. Aktuelle Informationen zum Wettbewerb und weitere Termine gibt es auf der BauNetz CAMPUS Website und auf Instagram.
Campus Masters wird unterstützt von GIRA.