Kurs auf Rotterdam-Zuid
Wohnquartier von V8 Architects und Studio Architectuur MAKEN
Rund 240.000 Menschen leben in Rotterdam-Zuid. Laut Stadtverwaltung soll die Hafengegend bis 2040 zu einem „lebenswerten Stadtteil mit eigenem Charakter“ werden. Mit diesem Anspruch haben die beiden Rotterdamer Büros V8 Architects und Studio Architectuur MAKEN dort kürzlich ein Wohnquartier für den niederländischen Projektentwickler VORM fertiggestellt. Neben Ansätzen zur Zirkularität will das Projekt KOER mit seinem Fokus auf die Gemeinschaftsräume glänzen.
Durch das Delta von Neuer und Alter Maas ist Rotterdam-Zuid nur über Brücken mit der Kernstadt im Norden verbunden. Um einer städtebaulichen Zersiedelung entgegenzuwirken, hatte die Stadt das Groninger Büro De Zwarte Hond mit einem Masterplan beauftragt, der 2023 vorgestellt wurde. Dieser macht mit dem Namen „Koers op Zuid“ (Kurs auf Süden) deutlich, welche Rolle das neu erschlossene Land für die Stadtentwicklung spielt.
Das Wohnquartier KOER liegt auf dem Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofs an einer der Haupterschließungsachsen von Rotterdam-Zuid, an der Laan op Zuid. Es organisiert sich mit vier bis fünf Geschossen um einen L-förmigen Innenhof. Auf 13.600 Quadratmetern Bruttogrundfläche kommen 167 Wohneinheiten mit verschiedenen Wohnungstypen unter. Diese richten sich an ältere Menschen und an Familien. Zwei Hochpunkte mit bis zu zehn Geschossen markieren den Zugang an der Hauptstraße. Dort gibt es rund 330 Quadratmeter für Gewerbe.
Die Fassaden sind mit Ziegeln und keramischen Fliesen in Rottönen verkleidet und erzeugen dadurch ein homogenes Bild. Details wie Fensterrahmen und Geländer kommen dagegen in Mintgrün daher. Mintgrün gibt sich auch die Fassade des Solitärs, der sich in den L-förmigen Hof hineinschiebt. Er birgt Gemeinschaftsräume, Werkstätten und zwei Gästewohnungen.
Während Stahlbeton die Konstruktion der Bauten dominiert, betonen V8 Architects die zirkuläre Herangehensweise an den Solitär. Dieser soll zum Großteil aus wiederverwendeten Bauteilen hergestellt worden sein. Lediglich für das Fundament hat man auf konventionelle Gründungsmethoden zurückgreifen müssen. So sei eine Bohrpfahlgründung innerhalb des Rotterdamer Deltas aufgrund der instabilen Bodenverhältnisse unumgänglich, schreibt das Büro. Baukosten sind nicht bekannt. Der Entwickler hat rund die Hälfte der Wohnungen kürzlich an den Fonds Bouwinvest verkauft, der die Wohnungen wiederum im mittleren Preissegment anbieten will. (tg)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- V8 Architects, Studio Architectuur MAKEN
- Bauherrschaft:
- VORM
- Fläche:
- 13.600 m² Bruttogrundfläche




