Mintgrün in Mockau
Geförderter Wohnungsbau in Leipzig von W&V Architekten
Mockau ist ein Stadtteil von Leipzig im Nordosten der Stadt. In Mockau gibt es so ziemlich alles: ausgedehnte Kleingärten, Einfamilien- und Gründerzeithäuser, Siedlungen aus der Zwischenkriegszeit sowie einige Plattenbauten, darunter vier Punkthochhäuser, die mit 50 Metern Höhe heute die höchsten Gebäude des Stadtteils sind. In der kommunalen „Leipzig-Strategie 2035“ wurde Mockau zum Schwerpunktgebiet einer „integrierten Stadtteilentwicklung“ erklärt, da es insbesondere in den Plattenbausiedlungen „hohen sozioökonomischen Handlungsbedarf“ gibt.
Kürzlich ist in der Samuel-Lampel-Straße im Osten von Mockau nach Entwürfen von W&V Architekten (Leipzig) ein L-förmiger Wohnriegel entstanden, der keine Berührungsängste mit dem Bestand zeigt. Im Gegenteil: Das neue L knüpft nahtlos an die vorhandene Figur eines vierteiligen Riegels aus den 1970er Jahren in Großtafelbauweise an. Während der Hauptteil des Neubaus fünf Geschosse umfasst, setzt der siebengeschossige Turm am südwestlichen Ende einen städtebaulichen Akzent. Zusammen mit einem ähnlichen Hochpunkt des Bestandes bildet er eine Torsituation zum großen Innenhof. Bauherrin ist die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft LWB, die als größtes kommunales Wohnungsunternehmen Sachsens gilt.
Das Projekt entstand im Rahmen des „Förderprogramms gebundener Wohnraum“, mit dem der Freistaat vor allem in den Ballungsräumen die Realisierung von preisgünstigem, belegungsgebundenem Mietwohnraum unterstützt. Schwerpunkte dieses Programms sind vor allem die Städte Dresden und Leipzig, wie hier in Mockau.
Im Neubau sind auf 14.170 Quadratmetern Bruttogrundfläche insgesamt 100 Wohneinheiten entstanden. 24 davon sind spezielle Seniorenwohnungen, davon sind wiederum 19 barrierefrei und fünf barrierearm. Jede Wohnung verfügt über einen Balkon oder eine Loggia, sechs Apartments im Hochparterre haben direkten Zugang zu einem eigenen Garten.
„Für uns ist es ein besonderes Projekt“, schreibt Ernst Scharf von W&V Architekten, „da es ein sozialer Wohnungsbau mit 100 Einheiten ist, bei dem dennoch eine überdurchschnittliche Gestaltungsqualität möglich war.“ Am offensichtlichsten wird das an der mintgrünen Fassade aus Glasurkeramik, die sich in den Treppenhäusern fortsetzt. Hinzu kommt die Gliederung der Großfigur durch leicht vorspringende und erhöhte Treppenhaustürme mit auffälligen Bullaugen. Zum neu begrünten Hof öffnet sich der Riegel mit Laubengängen, die nach dem Willen der Architekt*innen nachbarschaftliche Begegnungen fördern sollen. Die Kosten werden mit 23,3 Millionen Euro für die Kostengruppen 200–700 angegeben, bei einer Förderquote von 40 Prozent. (fh)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- W&V Architekten
- Bauherrschaft:
- LWB Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft
- Fläche:
- 14.170 m² Bruttogrundfläche
- Baukosten:
- 23.300.000 € (KG 200–700)




