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04.07.2019

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Schwitzen in Beton

Fitnessstudio in Hamburg von Atelier Noise


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Von einer Fleischerei zum exklusiven Studio für Körperoptimierung – es ist ein interessanter Nutzungswechsel, den die ehemaligen Räume eines Schlachtbetriebs im Hamburger Schanzenviertel durchlaufen haben. Vor zwei Jahren eröffnete Nima Mashagh – einst Architekturstudent, heute Fitnesstrainer – im seit vielen Jahren leerstehenden Erdgeschoss des Gebäudes in der Sternstraße sein Personal Training Studio Athletik Docks. Aufgrund reger Nachfrage wurde es nun um das Kellergeschoss erweitert. Den Entwurf für den Um- und Innenausbau lieferte Mashags ehemaliger Studienkollege Andreas Woyke, der in Berlin ein Büro für Design und Architekturvisualisierung namens Atelier Noise betreibt.

Ausgangspunkt für die Raumgestaltung war der spezielle Trainingsansatz von Athletik Docks. Das Studio ist kein klassisches Gym mit Massenbetrieb, sondern widmet sich ganz dem Einzeltraining in familiärer Atnosphäre und unter Anleitung ausgebildeter Personal Trainer. Daher war ein offener und übersichtlicher Grundriss gewünscht, die zentral platzierte Trainingsfläche sollte so wandfrei und flexibel wie möglich gestaltet werden.

Bauherr und Architekt waren sich einig, dass der raue und urbane Charme der Räumlichkeiten unbedingt erhalten bleiben sollte. Also arbeitete Atelier Noise schwerpunktmäßig mit den vorgefundenen Materialien. Zu Beginn der Renovierungsarbeiten kam hinter alten Kachel- und Teerresten grober Schalungsbeton zum Vorschein, der freigelegt und gesäubert wurde. Auch die vorhandenen Bodenfliesen im Eingangsbereich wurden aufbereitet, der restliche Boden besteht aus weißem Epoxidharz.

Dazu kommen eigens entworfene funktionale Holzmöbel, die das Studio in verschiedene Bereiche gliedert und den rohen Charakter der Gestaltung unterstreicht. Kernelement ist ein großer Empfangstresen, der zugleich als Café, Lager und Büroplatz dient. Große Spiegel helfen bei der Verteilung des Lichts in den Raum hinein. An der Westseite wurden zusätzliche Türen und Fenster integriert, sodass der davorliegende Außenbereich für Übungen im Freien genutzt werden kann. Um die neue Fläche im Keller zu erschließen, wurde eine Kernbohrung gesetzt, eine filigrane Wangentreppe aus Stahl und Eiche schafft die Verbindung zum Erdgeschoss. Nun kann auf insgesamt 350 Quadratmetern trainiert werden. (da)

Fotos: Andreas Woyke


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Kommentare

1

joscic | 08.07.2019 10:45 Uhr

sehr gelungen

Eigentlich erstaunlich, daß sich dieser Bereich bisher hartnäckig der anspruchsvollen Gestaltung der Architektenschaft entzieht. Schließlich sind Fitnesstudios, nach dem Niedergang der Kirchen und nun auch der Warenhäuser, ein letzter analog öffentlicher Ort der Selbstdarstellung, Heilssuchung und des Körperkultes.

 
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