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02.09.2014

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Ruhig wie ein Backstein

Einfamilienhaus in den Niederlanden


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Dieses stille Stadtbild erinnert an Vermeers „Straße in Delft“: Ein schlichtes Einfamilienhaus, das Thomas Bedaux von Bedaux de Brouwer Architecten für sich baute, befindet sich zwar im niederländischen Tilburg, eine monotone Poesie trägt es aber ebenfalls in sich. Es scheint, als hätten sich nur die Bauformen geändert.

Die Ruhe des aus zwei versetzten Volumen bestehenden Baus liegt in seiner Natur: Die Backsteinfassaden und eine stabile Form ohne herausragende Details verdanken sich laut dem Architekten dem Standort inmitten von Reihenhäusern aus den 1950er Jahren, einem Bauernhof und einem Friedhof. Einflüsse auf die Farbgebung gingen von der Schule und der Kirche der Umgebung aus und ließen Thomas Bedaux „einen leicht marmorierten, ockerfarbenen Backstein“ für die Fassade verwenden.

Doch nicht alles in diesem Wohnhaus schlummert vor sich hin, wie es der erste Anschein vermitteln mag. Mit unterschiedlich großen Fenstern möchte der Architekt den Betrachter in gewisser Weise hinters Licht führen: „Mit absichtlicher Variation von Größen und Tiefen der Fensteröffnungen entsteht ein Spiel mit Maßstäben, das es erschwert, die eigentliche Größe des Wohnhauses zu ermessen“.

Die Innenräume gruppieren sich um das mittig angelegte Treppenhaus. Im Erdgeschoss befinden sich der Eingangsbereich, das Esszimmer, die Küche und das Wohnzimmer mit einem angeschlossenen Kinderspielzimmer. Ein Atelier nimmt das gesamte zweite Obergeschoss ein. Darüber sind Schlafbereiche und Badezimmer untergebracht. Die Raumaufteilung, die in jede Richtung Blickachsen aufbaut, lässt das äußere Erscheinungsbild besser deuten, wird mit dem dezenten Fensterspiel dem in sich ruhenden Wohnhaus doch ein leichter Twist verliehen – gerade so viel wie nötig für die stille Gegend einer Tilburger Vorstadt. (pg)

Fotos: Filip Dujardin


Zum Thema:

Und wie sieht es mit Backsteinen in Belgien aus?  Mehr dazu in der  Baunetzwoche#356 „Backsteine im Bauch“


Kommentare

5

minimum | 08.09.2014 20:40 Uhr

@medium

Auf meinen Fotos blickt man vom Essplatz in den Garten. Komisch. Bei genauem Hinsehen sieht man, dass weniger oft mehr ist.
Besonders bei diesen schönen Details.

4

epma | 03.09.2014 13:26 Uhr

Steinturm

@medium stimme ich zu.
Dieses Haus in seiner eigenen Schönheit kann überall stehen.
Schon der gewollte Bezug auf Kirche und Schule zeigt wie weit entfernt der Architekt denkt :
vom Nachbargrundstück: dem Grün des Friedhofs und der StrassenZeile.
Ich vermute einen Egomanen.
Schönes Grundstück ! Einen Turm kann ich mir auch denken, aber entwickelt aus der Zeile, oder?

3

fabian | 03.09.2014 10:07 Uhr

doch

Natürlich bekommt man das auch in D so hin. Das Atelier von Stephan Balkenhol in Berlin entworfen und ausgeführt von NAK Architekten zum Beispiel, einfach mal googlen.

2

medium | 03.09.2014 08:31 Uhr

@staubmeier

Was ist hier maßvoll? Nach meiner Einschätzung hat sich hier jemand einen Turm gebaut ohne Rücksicht auf seine Nachbarn. Der Platz zwischen den Häusern ist beklemmend, bestenfalls zweckmäßig. So wie der "Garten". Der Blick vom Esszimmer auf die Straße herrschaftlich. Sowas sieht man auch in D zuhauf, trotz 34.

1

staubmeier | 02.09.2014 16:05 Uhr

...

das kriegt man auch leider nur in NL so hin.

kenne in D keinen b-plan, nachdem das möglich wäre.

erstrecht nicht nach 34.

was einen dadurch entgeht, sieht man hier.

den mutig maßvollen gebührt lob und anerkennung.

 
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