RSS NEWSLETTER

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Bottom-up_Urbanism_in_New_York_4442881.html

20.07.2015

Ein Park im Untergrund

Bottom-up Urbanism in New York


Ein unterirdischer Park mitten in der Stadt? Was futuristisch klingt, könnte in New York bald Wirklichkeit werden. James Ramsey und Dan Barasch haben kürzlich in einer Kickstarter-Kampagne über 220.000 Dollar zusammengebracht, um die Umsetzung ihrer Idee zur Neunutzung eines verlassenen Untergrund-Bahnhofs vorzubereiten. Er soll mithilfe von Solartechnologie als öffentlicher Park der Nachbarschaft zugute kommen.

Inspiriert wurden die Gründer vom Highline-Projekt, das 2006-14 unter Beteiligung von Diller Sciofidio + Renfro und Piet Oudolf umgesetzt wurde. Eine Nachbarschaftsinitiative gründete damals einen Verein; spektakuläre Bilder von der wild wachsenden Vegetation auf der ehemaligen Hochbahntrasse machten die Idee der öffentlichen Nachnutzung als Park bekannt. Bereits nach Fertigstellung des ersten Abschnittes zog die Highline hochpreisige Immobilieninvestitionen an.

Das Team der Lowline setzt ebenfalls auf Medienpräsenz, um Bekanntheit und Unterstützung zu gewinnen. Das Projekt wurde am Donnerstag sogar in der Süddeutschen Zeitung vorgestellt. Und auch die technische Experimentierfreudigkeit der New Yorker kennt offenbar keine Grenzen. Ein Foto-Stream zeigt regelmäßig neue Bilder von Testinstallationen zur Belichtung des geplanten Parks unter Nutzung von Solarenergie. Für September 2015 bis Februar 2016 soll das „Lowline Lab“ als Nachbarschaftstreff eingerichtet werden, das zum Ausprobieren mit innovativer Technologie einlädt. Glaubt man der Webpräsenz von Lowline, wird das Projekt von der Nachbarschaft als Impuls für kulturelle Entwicklung willkommen geheißen. Ob nach dem Beispiel der Highline auch hier ein Gentrifizierungsprozess zu befürchten ist?

Auf der anderen Seite ist das Konzept der öffentlichen Nutzung für Geisterbahnhöfe im Sinne eines „Bottom-up Urbanism“ innovativ. In Deutschland gab es in mancher leerstehender U-Bahnanlage eine temporäre Kunstinstallation. Und im Hauptbahnhof Hannover erfreuen sich Besichtigungen des Haltestellenrohbaus der Linie D großer Beliebtheit. Vielleicht wäre auch hier ein öffentliches Nutzungskonzept denkbar. (dd)


Zum Thema:

www.thelowline.org


Kommentare:
Meldung kommentieren


Alle Meldungen

<

20.07.2015

Pralle Auster

Pläne für Museum in Mexiko

20.07.2015

Handlungsspielräume

Alejandro Aravena ist Direktor der Architekturbiennale 2016

>
BauNetz aktuell
Geometrische Spannungen
Campus Masters
Jetzt bewerben
BauNetz Wissen
Raum-Spirale
Baunetz Architekten
C.F. Møller
DEAR Magazin
Design What Matters
vgwort