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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Bibliotheca_Hertziana_in_Rom_fertig_3060905.html

15.01.2013

Höllenmaul als Eingang

Bibliotheca Hertziana in Rom fertig


Heute wird in Rom nach achtzehnjähriger Planungs- und Bauzeit die Bibliotheca Hertziana wieder eröffnet. Die Bibliothek, im historischen Stadtzentrum von Rom nahe der Spanischen Treppe gegelegen, dient dem römischen Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte. Der Um- und Neubau wurde von Juan Navarro Baldeweg geplant, der bereits 1995 einen internationalen Architekturwettbewerb gewonnen hatte (siehe auch BauNetz-Meldung vom 26. Mai 2003 zum Baubeginn und BauNetz-Meldung vom 16. Mai 2008 zum Richtfest).

Die Baumaßnahme war nötig geworden, da der in den 1960er-Jahren erbaute erste Bibliothekstrakt zwischen dem Palazzo Zuccari und dem Palazzo Stroganoff aus allen Nähten platzte und aus brandschutztechnischen und statischen Gründen von der Schließung bedroht war. Nur ein Neubau konnte die Sicherheit und das stetige Wachstum der Bibliothek garantieren. Im denkmalgeschützten Stadtzentrum Roms kam dies einer Herkulesaufgabe gleich, zumal an der historischen Fassade nichts verändert werden durfte und ein gegossenes Fundament wegen wertvoller antiker Relikte im Untergrund nicht möglich war. Daher ist der „spektakulärste Neubau der Stadt“ (FAZ) von der Via Gregoriana aus nicht sichtbar.

Baldewegs Konzept nimmt Bezug auf die besondere Geschichte des Ortes, indem es den eins­tigen Garten des Palazzo Zuccari in Gestalt eines Lichthofs wieder öffnet und das berühmte Höllenmaul als Eingang berücksichtigt. So gruppieren sich die Lesesäle, Arbeitsbereiche und Büchermagazine als zurückgestufte Galerien auf drei Seiten um den kleinen trapezförmigen Innenhof. Eine dreiseitig in voller Höhe umlaufende  Glasfassade, die wie ein  gläserner Trichter den offenen Innenhof umgibt, sorgt für Tageslicht. Dank einer besonderen Konstruktion des Tragwerks können Besucher der Bibliothek archäologische Funde durch eine verglaste unterirdische Galerie betrachten.        

Die Finanzierung der Baukosten von zwanzig Millionen Euro erfolgte zu zwei Dritteln aus öffentlichen Mitteln der deutschen Länder und des Bundes sowie zu einem Drittel aus privaten Spenden. Die Bibliothek wird ab 1. Februar wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Fotos: Bibliotheca Hertziana / Andrea Jemolo


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