Die Wiege der Zivilgesellschaft
Ausstellung in Berlin
Die Spurensuche nach der Sesshaftwerdung der Menschheit führt Archäolog*innen aus aller Welt bis ins Gebiet der heutigen Türkei. Genauer gesagt nach Mesopotamien: Hier zeugen die Ausgrabungsstätten Göbeklitepe und Taş Tepeler von den ersten gebauten Großstrukturen, die sich bis zu 12.000 Jahre zurückdatieren lassen. Ab Freitag, 6. Februar 2026 werden im Rahmen einer Sonderausstellung nun aktuelle Funde und Aufzeichnungen der Stätten in der James-Simon-Galerie und damit erstmals in Deutschland gezeigt.
Mit „Gebaute Gemeinschaft. Göbeklitepe, Taş Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren“ möchte das Vorderasiatische Museum vor allem die zahlreichen Relikte der ersten sesshaften Kulturen in den Fokus rücken. Dabei beschränkt sich die Ausstellung nicht auf rein architektonische Zeugnisse. Vielmehr verweist sie mit der Einordnung spektakulärer Steinskulpturen und nützlicher Alltagsgegenstände auf die damalige Gesellschaftsform. Denn erst durch gemeinsame Rituale, wiederkehrende Feste und weitergetragene Glaubenssätze konnte den Forschenden zufolge so etwas wie eine Gemeinschaft entstehen. Diese sei unabdinglich gewesen, um langwierige und komplexe Prozesse wie den Bau einer Kultstätte zu koordinieren.
So wirft die Ausstellung einen umfassenden Blick auf das Leben vor 12.000 Jahren und macht die Motivation hinter der Errichtung dieser frühen Architekturen greifbar. In insgesamt acht Abschnitten zeigt sie den künstlerischen Ausdruck der frühen sesshaften Gemeinschaften in diversen Lebensbereichen – von der Geburt über den Alltag bis zum Tod. Ergänzt wird die Schau durch Filme, Fotografien und architektonische Rekonstruktionen der spanischen Fotokünstlerin Isabel Muñoz. Zudem erscheint eine begleitende Publikation.
Ausstellung: Freitag, 6. Februar bis Sonntag, 19. Juli 2026
Ort: James-Simon-Galerie, Staatliche Museen zu Berlin, Bodestraße 1–3, 10178 Berlin