Große Nike für Kolumba
Architekturpreis des BDA verliehen
Große Nike für Kolumba
Architekturpreis des BDA verliehen
Der Bund Deutscher Architekten BDA verleiht seinen Architekturpreis „Nike“ alle drei Jahre. Dieses Jahr geht der Hauptpreis, die „Große Nike“, an ein immerhin schon sechs Jahre altes Projekt: das Diözesanmuseum „Kolumba“ in Köln von Peter Zumthor. Außerdem wurden „Niken“ in sechs Kategorien vergeben, darunter erstmals in der Kategorie „Klassik-Nike“ für Bauten, die mindestens 25 und höchstens 50 Jahre alt sein dürfen:
- Nike für Atmosphäre und Große Nike 2013
Kolumba Kunstmuseum des Erzbistums Köln
Atelier Peter Zumthor & Partner, Haldenstein - Nike für Symbolik
Schneekirche, Mitterfirmiansreut
Köberl Döringer Architekten, Passau - Nike für Fügung
Erweiterung Nya Nordiska, Dannenberg
Staab Architekten, Berlin - Nike für Komposition
Tannerhof in Bayrischzell
Florian Nagler Architekten, München - Nike für Neuerung
Erweiterung Städel-Museum, Frankfurt am Main
schneider+schumacher, Frankfurt am Main - Nike für soziales Engagement
Betriebsrestaurant mit Auditorium, Ditzingen
Barkow Leibinger, Berlin - Klassik-Nike
Olympiapark München. Anlagen und Bauten für die Olympischen Spiele 1972, Behnisch & Partner, Stuttgart/München (Günter Behnisch, Fritz Auer, Winfried Büxel, Erhard Tränkner, Karlheinz Weber – Wettbewerb mit Jürgen Joedicke, Stuttgart), Landschaftsgestaltung mit Günther Grizmek, Kassel/München, Überdachung der Hauptsportstätten: Behnisch & Partner, Stuttgart, Frei Otto, Warmbronn, Leonhardt + Andrä mit Jörg Schlaich, Stuttgart, Visuelles Erscheinungsbild: Otl Aicher, Ulm/Rotis
Bei der Preisverleihung am vergangenen Freitag im Frankfurter Filmmuseum bekamen die noch lebenden Architekten der Münchener Olympiaanlagen den besonders herzlichen Applaus des Publikums.
Der lange zeitliche Vorlauf einiger Arbeiten wurde damit erklärt, dass der Preis nur alle drei Jahre verliehen wird und er außerdem von den zeitlich unregelmäßigen Jurierungen der BDA-Länderpreise abhängig sei, die einer Nominierung vorangehen.
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2. Zumthors Koluma hat zweimal soviel gekostet, wie geplant. Dazu benötigte der Bau mehr als 1000 Befreiungen. Ohne die vollen Taschen und die Autorität des reichsten Bistums der Welt hätte der Bau eine ähnliche Blamage erlebt wie die Topographie des Terror. Wenn der BDA, der sich ja als Elitevereinigung der deutschen Architekten versteht, solch ein Gebäude auszeichnet, hat das was zu bedeuten. 3. Ich prognostiziere, der nächste Gewinner der großen Nike wird das Büro Herzog & de Meuron mit der Elbphilharmonie. Und die deutsche Öffentlichkeit wird sich was denken.
Im zitierten Interview in der NZZ sagt J.R. Curtis auch: "Wenn ich als Kritiker spreche, dann muss ich als Erstes meine Augen benutzen und die Arbeiten betrachten. (...) Mein Ansatz ist es, in die Arbeiten einzutauchen, um von den qualitätvollen absorbiert zu werden und so herauszufinden, was hinter ihnen steckt." Genau das hat die unabhängige Nike-Jury getan, und neben 6 weiteren Bauten das Museum Kolumba ausgezeichnet. Von "Mythologisierung" ist das weit entfernt.
Das muss aber nicht unbedingt die Qualität der Bauten des Mythologisierten schmälern. Derartige Heilsfiguren sind im Übrigen in der Architekturgeschichte absolut nichts Neues. Im Vergleich zum Götzenkult, der seinerzeit um Le Corbusier betrieben wurde, ist die Aufregung um Peter Zumthor eher zu vernachlässigen.
"Wenn gewisse Kritiker und Architekturliebhaber zum Beispiel Peter Zumthor als eine Art leidenden Jesus verehren, der ganz alleine in den Bergen die wahre Architektur predigt, finde ich das lächerlich. Diese Art der Mythologisierung erscheint mir ungesund. Wo bleibt da die Beziehung der Architektur zur Gesellschaft, zur Normalität, zum Leben?" Wenn ich nicht schon aus dem BDA ausgetreten wäre, hätte ich jetzt einen Grund dafür.