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22.04.2013

Studieren im Schlachthaus

Architekturfakultät in Rom eröffnet


Das Viertel Testaccio liegt am Rande des historischen Zentrums von Rom – hier hat sich in den letzten Jahren Vieles verändert. Früher war das einstige Arbeiterviertel für seine Schlachthöfe bekannt, bei denen auch die meisten Testaccini beschäftigt waren. Eine der ehemaligen Schlachtereien wurde von dem Studio Insula umgebaut: In den Hallen eines Schlachthauses aus dem 19. Jahrhundert befinden sich jetzt Ateliers von Architekturstudenten. Der alte Schlachthof gliedert sich als neuer Bestandteil des Campus der Universität Rom perfekt in das aufblühende Kunst- und Kulturleben Testaccios ein.

Von 1880-90 nach Plänen des Architekten Gioacchino Ersoch gebaut, sind die Bestandsgebäude mit ihrem markanten Stahltragwerk und den verglasten Dachstühlen zu Teilen behutsam saniert worden, ein Gebäude im letzten Abschnitt musste abgerissen werden. Die drei Architekten Eugenio Cipollone, Paolo Orsini und Roberto Lorenzotti, die 2002 das Studio Insula gegründet haben, beschreiben ihren Umgang als eine „delikate Balance zwischen Eingriffen und Erhaltung“. So etwas braucht Zeit – seit über zehn Jahren begleiten die Architekten das Projekt, 2011 wurden sich mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt.

In einem ersten Bauabschnitt wurden bereits 2002 zwei kleine Gebäude des Schlachthof-Ensembles sowie eine 85 Meter lange Halle mit vier großen Oberlichtern in drei große Studios und ein Auditorium für 260 Zuschauer umgebaut. Die eingebauten Wände sind unterhalb der Stahlträger installiert und teilweise verschiebbar, manche bilden aber auch separate Räume, die akustisch isoliert sind.

Bei dem kürzlich fertiggestellten „Pavillon 2B“ als flexible Verbindung zwischen Werkstätten und Bibliothek haben die Architekten ebenfalls den ursprünglichen Raum bewahrt: Bei Bedarf lässt sich die 840 Quadratmeter große Halle mit mobilen Trennwänden unterteilen – zwei Millionen Euro hat allein der letzte Umbau gekostet, auf zehn Millionen Euro beläuft sich bisher die gesamte Bausumme.


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