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16.02.2023

Campus Heist-op-den-Berg

Psychiatrisches Wohnzentrum von Kempe Thill und Daniel Van Doorslaer


Ökonomisch optimierte und zugleich räumlich attraktive Häuser für die Pflege bauen, das ist das Ziel im belgischen Heist-op-den-Berg rund eine Stunde nordöstlich von Brüssel. Dort soll das Pflegeheim Ten Kerselaere aus den 80er Jahren entsprechend eines Masterplans um vier kompakte Atriumhäuser für unterschiedliche Wohnprogramme verschiedener Pflegekonzepte erweitert werden. Den Masterplan hatten Atelier Kempe Thill (Rotterdam) zusammen mit Daniel van Doorslaer (Lier) bereits 2012 nach einem Auswahlverfahren entwickelt.

Nachdem vor zwei Jahren mit einem Altenheim der erste Baustein gesetzt worden war, konnte das Planerteam im Auftrag des Gesundheits- und Sozialdienstleisters Emmaüs nun ein psychiatrisches Wohnzentrum fertigstellen. Auf 1.950 Quadratmetern bringt der dreigeschossige Baukörper 31 kleine Wohneinheiten sowie Gemeinschaftsräume mit Küche und Büros unter. Den psychiatrischen Patienten sollen die Räume ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und ihre Reintegration in die Gesellschaft vorbereiten.

Kempe Thill sind für ihre Bemühungen bekannt, im knappen Kostenrahmen öffentlich geförderter Projekte ein Maximum an Wohnqualität herauszuholen. Dies tun sie mit pragmatischen Entscheidungen für Konstruktion und Material zugunsten von gut geschnitten Räumen und viel Licht. In diesem Fall ist es eine kompakte Typologie und eine Mischbauweise aus Kalksandsteinelementen und Filigrandecken aus Beton.

Weil das Grundstück von der kleinen Erschließungsstraße mehr als zwei Meter zum eigentlichen Campus hin abfällt, ist das Atriumhaus in die Böschung hineingebaut. Auf dem Niveau des anschließenden Campus liegen alle gemeinschaftlichen Funktionen, die Wohneinheiten sind in der ersten und zweiten Etage untergebracht. Sie umfassen jeweils 24 Quadratmeter und sind mit Küchenzeile und Bad ausgestattet.

Ein sechs Meter hoher Raum bildet das räumliche und soziale Zentrum. Eine Schiebetür führt direkt auf die Terrasse. Die Fenster haben Festverglasungen mit integrierten Sonnenschutzscreens, die jeweils mit einem Öffnungsflügel kombiniert sind, der an der Außenseite mit einem Metallgitter als Absturzsicherung versehen wurde. Am Boden liegt PVC, im Erdgeschoss sind es Fliesen. Die Oberlichter bestehen aus Kunststoff, die Decken wurden mit einem akustisch wirksamen Sprühputz versehen. Die Geländer in den Innenräumen bestehen aus weiß lackierten Stahlplatten.

Mit auskragenden, horizontalen Betonbändern, die als Brandschutzelement fungieren, wollen die Planer*innen die Horizontalität der flämischen Landschaft betonen. In Kombination mit dem dunkelgrau verputzten Wärmedämmverbundsystem erhoffen sich die Architekten auch nach Verwitterung eine elegante Ausstrahlung. Die Baukosten werden mit 3,84 Millionen Euro angegeben. (fm)

Fotos: Ulrich Schwarz, Berlin


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