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22.01.2026
Kork-Relief in Berlin-Mitte
Mehrfamilienhaus von PPAG architects
In der Nähe des Berliner Nordbahnhofs haben PPAG architects aus Wien im Auftrag des Investors Stofanel das Mehrfamilienhaus Louis fertiggestellt. Zehn Wohneinheiten zwischen 30 und 150 Quadratmeter sind darin entstanden. Großformatige Fenster, Sprünge in der Kubatur und eine für Berlin-Mitte recht ungewöhnliche Korkfassade lassen aufschauen.
Den Auftrag erhielt das Büro bereits 2018, ein Jahr bevor es den Wettbewerb für den Schulbau an der Allee der Kosmonauten gewann. Stofanel wünschte für sein schmales Grundstück mit ungünstigen Belichtungsverhältnissen ein Mehrfamilienhaus mit attraktiven Eigentumswohnungen. Es liegt zwischen zwei viergeschossigen Gebäuden am Nordpark mit Relikten der ehemaligen Grenzmauer.
Die terrassierte Kubatur des Hauses mit rund 1.550 Quadratmeter Bruttogrundfläche ist gewissermaßen ein Produkt der Abstandsflächen. Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität fügten die Architekt*innen weitere Vor- und Rücksprünge hinzu, die zu jeder Seite private Dachterrassen generieren. Kein Geschoss gleicht dem anderen. Großflächige Fenster in unterschiedlichen Formaten und Teilungen gewähren Einblick in die hohen, geweißten Innenräume, die dem Haus fast schon einen musealen Charakter verleihen. Konstruiert wurde in Stahlbeton.
Die Korkfassade ist Dämmung und Bauschmuck zugleich und geht auf den Wunsch des Investors zurück, dem Haus das besondere Extra zu verleihen. So kontaktierten die Architekt*innen schon zu Projektstart einen portugiesischen Hersteller, der Fahrzeugdämmungen aus Kork herstellt und die Nebenprodukte als Baumaterial verkauft. Obwohl der Gebrauch dieser heißgepressten Platten für den deutschen Markt zugesichert wurde, stellte sich zwischenzeitlich heraus, dass zusätzliche Zertifizierungen und eine Zustimmung im Einzelfall notwendig waren, um das nicht genormte Material hierzulande legal verbauen zu können.
Das Ergebnis will sich sehen lassen: PPAG ließen die einst rechteckigen Platten aus verschiedenen Winkeln fräsen und setzten die Fragmente danach zu einem geometrischen Relief zusammen, das je nach Lichteinfall an Tiefe gewinnt. Der Investor bietet die Wohnungen auf seiner Website zum Verkauf an. Kosten sind nicht benannt, doch einmal mehr wird klar, dass sie sich im oberen Preissegment bewegen. (tg)
Fotos: Jan Bitter
Zum Thema:
In Berlin entstand ein weiteres Haus mit Korkfassade, geplant von rundzwei Architekten.
Im portugiesischen Penafiel haben Galeria Gabinete ein Kulturzentrum mit einer Korkfassade fertiggestellt, die sich auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen gibt.
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