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21.01.2026

Institution der afrikanischen Diaspora

Studio Museum Harlem in New York City von Adjaye Associates


Das 1968 gegründete Studio Museum Harlem in New York City ist eine Institution für die Werke schwarzer Künstler*innen der afrikanischen Diaspora, deren Förderung und das Verständnis davon. Ähnlich wie bei den Umbauten für Whitney oder MoMA will das Haus offener und zugänglicher werden und präsentiert sich zudem als Produktions- und Bildungsort – näher an Community, Stadtteil und Gegenwartskunst. Dieses Selbstverständnis übersetzten Adjaye Associates (Accra/London/ New York) in einen Entwurf, der vom lokalen Büro Cooper Robertson (inzwischen in Corgan umbenannt) im Rahmen einer Public-Private-Partnership mit der Stadt New York umgesetzt wurde. Ende 2025 eröffnete der Neubau.

Bis in die frühen 1980er Jahre war das Studio Museum Harlem in einem Mietloft über einem Spirituosenladen an der Fifth Avenue untergebracht, später in einem ehemaligen Bankgebäude an der 144 West 125th Street, das man für den Neubau abreißen ließ. Die Abrisslücke füllt nun ein Volumen aus gestapelten, unterschiedlich großen Baukörpern. Die Fassade aus dunklen vorgefertigten Betonelementen will Bezug nehmen auf die Materialität der umliegenden Bebauung. Rahmen und Nischen gliedern die Hülle mit Verweis auf die Dynamik des Straßenraums und ermöglichen Präsentationsflächen, die auch vom öffentlichen Raum aus sichtbar sind.

Das Gebäude organisiert sich mit 7.600 Quadratmetern Nutzungsfläche über fünf Geschosse, darunter zwei doppelgeschossige Ebenen. Im Vergleich zum Altbau wurden die Ausstellungsflächen um rund 50 Prozent erweitert, die öffentlich zugänglichen Bereiche um knapp 60 Prozent. Herzstück ist ein großzügiges Foyer, das sich über Erd- und Untergeschoss erstreckt. Es dient als Treffpunkt, Sitzlandschaft und Veranstaltungsraum und soll an die Eingangstreppen der Häuser von Harlem erinnern, die einen wichtigen Ort des gesellschaftlichen Lebens bilden. Shop, Projektraum und Café unterstreichen die Funktion des Hauses über die Präsentation von Kunst hinaus als kultureller Inkubator – für Harlem, für New York und für die internationale zeitgenössische Kunstszene.

Die Ausstellungsräume im zweiten und dritten Obergeschoss bieten flexibel nutzbare Galerien und ermöglichen auch großformatige Veranstaltungen. Eine Galerie mit Tonnengewölbe verweist auf die Kirchen und ihre Rolle in der sozialen wie politischen Organisation der Afroamerikaner*innen. Bildungsräume, Kunstateliers sowie ein Artist-in-Residence-Bereich verdeutlichen zudem den Fokus auf Produktion und Vermittlung. Eine skulpturale Treppe aus Terrazzo verbindet die Ebenen bis zur öffentlich zugänglichen Dachterrasse mit Blick über Harlem und Manhattan. Dort wird am 21. März die nächste Museumseröffnung der Stadt gefeiert: die Erweiterung nach Plänen von OMA (Rotterdam/New York) für das New Museum von SANAA (Tokio) in der Lower East Side. (fm)

Fotos: Dror Baldinger


Zum Thema:

studiomuseum.org

2023 beschuldigten drei seiner Angestellten David Adjaye der sexuellen Belästigung, die der Architekt stets bestritt. Mehr dazu im Beitrag über den Neubau für das Princeton University Art Museum.


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