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17.07.2017

San Francisco wird dichter

Wohnhauserweiterung von Spiegel Aihara


Ihre im letzten Jahr realisierte Erweiterung eines Einfamilienhauses im Stadtviertel Golden Gate Heights in San Francisco betiteln die Architekten des ortsansässigen Büros Spiegel Aihara Workshop SAW schlicht und ergreifend als als A-to-Z House. Die simple Giebelfront des Bestands bezeichnen sie als A, die Struktur des umgebauten Hauses als Z – also komplexes, räumliches Gefüge, statt eindimensionaler Flächigkeit. Ihre Erweiterung des Hauses sehen sie dabei nicht als willkürliche Setzung, sondern als kreatives Weiterdenken des Bestandsbaus von 1934. Dieser interessierte die Architekten jedoch nicht in seiner Materialität oder Detaillierung, sondern in seiner vernakulären Struktur, wie man sie unendlich oft in der Gegend findet. Durch die rasant steigenden Grundstückspreise in der Stadt ist diese Struktur allerdings gefährdet, und so kann man die Wohnhauserweiterung auch als Beitrag zur Verdichtung von San Francisco sehen.

Die Architekten sahen sich mit einem simplen, eingeschossigen Bau über L-förmigem Grundriss konfrontiert, der zwar an einem Hang liegt, aber doch nicht hoch genug war, um den Bewohnern Blicke auf die Bucht von San Francisco und die Golden Gate Bridge zu ermöglichen. Eine Aufstockung lag also auf der Hand. Die Architekten griffen die Struktur des Bestandes auf, transformierten diese und setzen schließlich einen länglichen Baukörper mit Satteldach an den Dachfirst des Ursprungsbaus.
 
Zur Straße hin zeigt sich dieser neue Bauteil mit seinem kleinteilig rhythmisierten Fensterband klar als aufgesatteltes Element. An der Rückseite reicht er bis zum Boden hinab und geht in einen Bauteil auf Erdgeschossniveau über, der sich an den bestehenden, kurzen Querflügel anschmiegt. Die weiß verputzte Giebelfront mit ihren drei stehenden Fenstern kontrastiert hier effektvoll mit dem schwarzen Anbau und dessen schmalen Schlitzfenstern.
 
Diese Art der Kontrastierung, die hier – im Bereich von Esszimmer und Küche – besonders sinnfällig wird und fast ins Didaktische kippt, zeichnet den gesamten Entwurf aus. So wurden die neuen Teile mit horizontalen, schwarze Holzlatten verkleidet, während der Bestandsbau weiß versputzt wurde. Die ursprünglichen Fenster wurden durch sprossenlose Scheiben ersetzt, die bündig in der Fläche sitzen und das alte Holzhaus in einen reduzierten Baukörper verwandeln. Die Erweiterung setzt auf taktile Oberflächenqualität, auf stark akzentuierte Fensterrahmen und – mit dem Fensterband – auf ein dominierendes Grundmotiv. Das Ergebnis ist als Spiel mit den Elementen des Hauses, aber auch mit den Traditionen des Bauens der Umgebung zu begreifen. (gh)

Fotos: Bruce Damonte


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