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10.08.2017

Maximaler Kontrast

Wohnhaus-Anbau in Wien von Ralf Bock


Wie mit einem hölzernen Kleid drapiert, wartet hier ein Protagonist auf seine Rolle. Und spielt die Hauptrolle. In Wien ist ein Haus hinter einem Haus entstanden, das sich nicht zu verstecken braucht. Die Anordnung auf dem handtuchschmalen Grundstück war nicht anders machbar. Die nutzbare Wohnfläche des Anbaus mit nur 28 Quadratmetern auf zwei Ebenen wurde durch Einbaumöbel komplett ausgereizt.

Das bestehende Haus aus dem Jahr 1989 von Hermann & Valentiny und Partner Architekten (Wien) sollte erweitert werden um ein Apartmenthaus, das jederzeit mit dem postmodern-expressiven Altbau über elliptischem Grundriss verbunden werden kann. Ralf Bock Buildingworkshop Wien (RBBW) plante nun – 18 Jahre später – das Haus für die Tochter des Bauherren, auf Augenhöhe mit dem Bestand, mit eigenem Grundriss, eigener Formensprache und eigenen Materialien. Also maximaler Kontrast. Das Projekt war für Bock auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Berufsbiographie, denn den Altbau hatte er als frisch gebackener Architekt und Mitarbeiter im Büro seiner ehemaligen Lehrer fertiggestellt.

Unbehandelte Lärchenschindel umhüllen den Neubau. „Die Außenhaut ist auf Grund ihrer gebogenen und geneigten Flächen mit handgespaltenen Lärchenschindeln eingedeckt. Ergänzt von Zinkblechverkleidungen wirkt sie eher rauh und trotzt der Witterung,“ schreibt Bock. Zum Garten hin, Richtung Norden, öffnet sich das große Atelierfenster. Dadurch bleibt es im Sommer kühl. „Wie die Loge im Theater den großen Saal braucht, so wird hier das Gefühl der Weite im Zubau durch den Garten erlebbar.“ Ein Oberlicht im Süden und zwei Guckkästen im Westen, von der Fassade abgeneigt, lassen sonnige Lichtspiele im Inneren zu. Dass sich der Architekt für diese kleinen Guckkästen entschied und nicht für schlichte Fassadenöffnungen, ging auf einen Wunsch der Bauherren zurück: „Man kann sich sowohl im Apartment als auch im Haus aufhalten, ohne dass man sich durch Sichtkontakt stört. Die Wahrung der Geborgenheit in ihrem jeweiligen privaten Bereich war allen Bewohnern wichtig.“

Ähnlich wie bei seinem „schönen Schuppen“ im Burgenland, konzipierte Bock auch hier wieder ein Holzhaus. Der Neubau wurde in Holzriegelbauweise mit Massivholzdecken realisiert. Durch Vorfertigung einzelner Bauteile und Einbaumöbel war eine schnelle Montage vor Ort möglich. Dadurch konnten an nur einem Arbeitstag alle Konstruktionsteile mit einem Autokran über das bestehende Haus gehoben und direkt vor Ort aufgebaut werden. Wand und Decke im Inneren sind mit Brettern aus heller Weißtanne ausgekleidet. Ebenso wurden alle Einbaumöbel in Weißtanne ausgeführt. Der Fußboden im Inneren besteht aus Massivholz in Eiche – auf Grund der hohen Strapazierfähigkeit dieses Materials. (ds)

Fotos: Philippe Ruault


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