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10.05.2012

Im Dreieck schwimmen

Stadion von Schulitz in Köln fertig


Wer sagt, dass ein Stadion immer oval zu sein hat? Nach Plänen von Schulitz Architektur + Technologie entstand in Köln das dreiecksförmige Eis- und Schwimmstadion Lentpark. Das Büro hatte sich in einem Wettbewerb gegen prominente Mitbewerber wie Auer+Weber+Assoziierte oder RKW Rhode Kellermann Wawrowsky durchgesetzt.

Der komplett verglaste Solitär weist eine Bruttogeschossfläche von mehr als 12.000 Quadratmetern auf. Die Form eines beinahe gleichseitigen Dreiecks mit abgerundeten Ecken fasst die unterschiedlichen Nutzungen räumlich zusammen: Im Nordwesten befindet sich die 1.800 Quadratmeter große Eisfläche, auf der gegenüberliegenden Seite liegt der Schwimmbereich mit 25-Meter-Becken und Lehrschwimmbecken. Zwischen beiden Bereichen befindet sich die Eingangshalle, der Zugang liegt zentral an der Südseite des Gebäudes. Von hier aus werden die Servicezonen im Mitteltrakt erschlossen: die Gastronomie im Obergeschoss sowie die Umkleiden mit Zugängen zu den beiden Sporthallen und der Saunalandschaft.

Besonderes Augenmerk richteten die Planer auf eine möglichst transparente Gestaltung des Komplexes. An der Gebäudehülle manifestiert sie sich in der durchgehenden Verglasung – außen liegende Lamellen sollen möglicher Überhitzung und Blendwirkung durch Sonneneinstrahlung vorbeugen. Die reflektierenden Lochbleche umlaufen als schmale Bänder das Gebäude und verleihen der Fassade eine horizontale Struktur – entsprechend der jeweiligen Sonnenstände weisen sie auf der Ost-, Süd- und Westseite unterschiedliche Neigungswinkel auf, um einen optimalen Wirkungsgrad zu erzielen.

Als besondere Attraktion wurde im Stadion die bisher einzige Eishochbahn Europas realisiert. An der Innenseite der Fassade umläuft sie als 260 Meter langer Rundkurs in 4,50 Meter Höhe das gesamte Gebäude und stellt visuelle Beziehungen zwischen den einzelnen Bereichen her: Zur Eishalle hin offen, ist die Bahn vom Schwimmbad aus klimatischen Gründen lediglich durch ein transparentes, hochgedämmtes Glasband getrennt. Das als Netzstruktur in modularer Bauweise geplante Dachtragwerk der Halle ermöglicht ungehinderte Aus- und Einblicke.

Die Kombination von Eis- und Schwimmhalle bringt hinsichtlich des Energieverbrauchs konstruktive Herausforderungen mit sich. Das Schwimmbecken wird mit der Abwärme der Kältemaschine geheizt, die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlagen hat einen Wirkungsgrad von über 85 Prozent.

„Eine Symbiose von Eis- und Schwimmstadion hat es so noch nicht gegeben“, meint Marc Schulitz, „gerade das machte dieses Projekt für uns so reizvoll.“ Die Jury hatte die „souveräne subtile Art“, die „einfachen Konstruktionsmittel“ und die „klare Gestaltung“ gelobt, welche die Auseinandersetzung des Entwurfs mit dem Thema Solitär kennzeichnet. – Ein Naturbadeteich sowie Liege- und Erholungsbereiche im umgebenden Außenraum sollen zum Sommerbetrieb 2012 fertig gestellt werden.


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