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23.03.2016

Umbau des Dom Revolucije in Montenegro

SADAR+VUGA und HHF Architects gewinnen


Bereits 2014 bei der Biennale in Venedig hatte das Dom Revolucije der montenegrinischen Stadt Nikšić einen kleinen Auftritt, als Teil der Ausstellung „Treasures in Disguise“ im Palazzo Malipiero. Jetzt könnte das unvollendete „Haus der Revolution“ des slowenischen Architekten Marko Mušič bald ins Rampenlicht zurückkehren. Über dreißig Jahre nach Baubeginn soll es zu einem besonders spannenden Experiment in Sachen Erhalt und Umnutzung werden – nach Plänen der beiden Büros SADAR+VUGA (Ljubljana) and HHF Architects (Basel), die sich zusammen mit dem lokalen Büro Arhicon in einem internationalen Wettbewerb durchsetzen konnten.

Ursprünglich war die ausufernde Struktur als Kulturzentrum und Gedenkort geplant, der – wie viele andere architektonisch besonders spannende Bauten auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien – an den Kampf der Partisanen gegen die deutschen Besatzer erinnern sollte. Beim Dom Revolucije ist dabei interessant, dass sich bereits gestalterische Merkmale der aufziehenden Hightech-Postmoderne zeigen. Während vergleichbare Projekte wenige Jahre zuvor noch eindeutig modern gezeichnet wurden, tauchen hier schon Kegel, Wellen und Spiegelglas auf.

Das aktuelle Projekt sieht jedoch nicht die ökonomisch weder sinnvolle noch machbare Fertigstellung des Gebäudes vor. Stattdessen begreifen SADAR+VUGA und HHF das Dom als eine Art urbane Landschaft, die sie nur stellenweise nach der Formel 10/20/70 aktivieren wollen. Die Zahlen bedeuten den Ausbau von zehn Prozent der verfügbaren Fläche für eine ganzjährige Nutzung, die Renovierung von weiteren 20 Prozent in Form einer urbanen Promenade und die Grundsicherung der restlichen 70 Prozent, die zumindest für besondere Anlässe zur Verfügung stehen. Das Programm – geplant sind Cafés, Werkstätten, Co-Working-Spaces, Ausstellungsflächen und Eventräume – wird dabei als klimatisch und konstruktiv eigenständige Plug-ins in die bestehende Architektur integriert.

Der erste Schritt der Aneignung wäre jedoch nach Vorstellung der Architekten ganz profan: Im Untergeschoss soll ein Parkhaus entstehen, das wesentlich zur Verkehrsberuhigung der nahen Altstadt beitragen soll. Das Dom könnte mit dieser Funktion zunächst im Bewusstsein der Öffentlichkeit eine positive Umdeutung erfahren, bevor man sich an die nächsten Schritte macht. Denn die keineswegs von allen geliebte Ruine bekäme dadurch nämlich zum ersten Mal eine nützliche Funktion im städtischen Gefüge von Nikšić. (sb)


Zum Thema:

Mehr über das Dom Revolucije und die Ausstellung „Treasures in Disguise“ bei uncube.


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