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09.12.2016

Selbstbewusste Exzellenzforschung

Institut für Photophysik in Dresden von Heinle, Wischer und Partner


Wieder ein solides Forschungsgebäude: In Dresden wurde nach Plänen der Stuttgarter Architekten Heinle, Wischer und Partner das neue Institut für angewandte Physik fertiggestellt. Im neuen Hochtechnologie-Campus möchte die TU Dresden universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ansiedeln. Der liegende Kubus, dessen Hauptnutzer das international anerkannte Institut für angewandte Photophysik ist, soll eine städtebauliche „Torfunktion“ zwischen altem und neuem Campus übernehmen.

Das „selbstbewusste Auftreten der Exzellenzforschung“ wollen die Architekten durch das reine Weiß der vorgehängten und hinterlüfteten Aluminiumfassade „unterstreichen“. Mit 23 Zentimeter tiefen Lisenen gliedern sie die geschosshohen Glasflächen der Pfosten-Riegel-Fassade. In Verbindung mit den horizontalen Bändern auf Höhe der Geschossdecken sei es ihnen gelungen, „trotz der unterschiedlichen Anforderungen, die Büroräume und Labor- und Messarbeitsplätze an die Fassade stellen, eine einheitliche Erscheinung auszubilden“.

Für hohe Energieeffizienz sorgt die Nutzung campusinterner Netzwerke. So wird statt städtischer Fernwärme die Abwärme des Hochleistungsrechners der Universität durch bauteilaktivierte Betondecken und Fußbodenheizung verbreitet. Die lufttechnische Erschließung arbeitet mit Wärmerückgewinnung. Von den 400 Quadratmetern Photovoltaikfläche auf dem Dach nutzt das Institut 40 Quadratmeter für eigene Forschungszwecke – unter anderem an „organischen Solarzellen“.

Um eine funktionale Anordnung der „modernsten Labore, Mess- und Reinräume“ zu entwickeln, arbeiteten Heinle, Wischer und Partner eng mit den Nutzern zusammen. Die „Forschungslandschaft“ mit Dachterrasse für Feierlichkeiten und der „über alle Ebenen reichenden Treppenhalle als kommunikativer und gestalterischer Mittelpunkt des Hauses“ demonstriert, dass das Forschungsgebäude typologisch auf der Höhe der Zeit ist.

Die architektonische Haltung des Büros – die beim Bildungsministerium in Berlin vielleicht etwas zu starr geriet – passt sicherlich gut zu den komplexen technischen Anforderungen einer naturwissenschaftlichen Forschungseinrichtung. In der Verantwortung des 250-Personen-Büros entstanden bereits vor dem Neubau für die Photophysik zahlreiche Forschungsbauten wie beispielsweise die Erweiterung des Max-Planck-Instituts in Nijmegen im Jahr 2015. (dd)

Fotos: Michael Moser


Zum Thema:

Die Typologie zeitgenössischer Forschungsbauten behandelt das Buch New Laboratories, aber auch die Baunetzwoche #342: Unterm Mikroskop.


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Zu den Baunetz Architekten:

Heinle, Wischer und Partner


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