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13.05.2015

Labor im Dorf

Barkow Leibinger in Waischenfeld


Die Fraunhofer-Gesellschaft besitzt deutschlandweit mehr als 80 Forschungseinrichtungen an 40 verschiedenen Standorten – einer davon liegt mitten im Landschaftsidyll der Fränkischen Schweiz. Dort wurde in Waischenfeld (Landkreis Bayreuth) am Montag der neue Forschungscampus des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS eingeweiht. Der Entwurf für den Instituts-Neubau stammt vom Berliner Büro Barkow Leibinger.

Diese haben das knapp 4.000 Quadratmeter große Forschungsensemble, angelehnt an die kleinteilige, mittelalterliche Dorfstruktur von Waischenfeld, in vier zwei- bis dreigeschossige Häuser aufgeteilt. Unregelmäßig angeordnet gruppieren sich die vier Bauten um ein zentrales eingeschossiges Foyer. Zusätzlich sollen die Fassaden aus Lärchenholz auch in der Materialität die Nähe zur ortstypischen Bautradition aufnehmen. Nur in der Formensprache mit den asymmetrisch verlaufenden Dachfirstlinien und frei angeordneten Fensteröffnungen wollen die Architekten die „ortsfremde“ Nutzung andeuten. „Breite, stark betonende Faschen um die Fenster greifen wiederum ein traditionelles Gestaltungsmittel der Region auf“, erläutern Barkow Leibinger. „So verbinden sich Vertrautes und Neues zu einer in die Umgebung eingebetteten und gleichzeitig für die Forschung authentischen Architektur.“

Die sichtbaren Bereiche des massiven Gebäudesockels schließen mit einer Vorsatzschale aus gestocktem Beton ab. Die oberen Geschosse wurden in Holzständerbauweise aus vorgefertigten Wandelementen errichtet und erhielten eine vertikale Boden-Deckel-Schalung aus unbehandeltem Lärchenholz, die wie die Dachdeckungen aus unbehandeltem Kupferblech mit der Zeit natürlich verwittern wird.

Während ein Haus ausschließlich für Seminare und Besprechungen genutzt wird, nehmen die anderen drei Baukörper die Arbeitsplätze in Form von Büros und Laboren in den jeweiligen Erdgeschosszonen auf; in den oberen Etagen befinden sich Gästezimmer für die Forscher. Ein „frei fließender Zwischen-Raum“ verbindet die Häuser als eine Art gemeinsamer Sockel, er wird über eine breit zulaufende Eingangstreppe betreten und dient als Foyer, Cafeteria und zentrale Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche. Auffällig ist hier die polygonal gegliederte Holz-Fachwerk-Konstruktion mit ihren dreieckigen Oberlichtern – eine bekannte Handschrift von Barkow Leibinger.

Fotos: Stefan Müller


Zum Thema:

Mehr Laborgebäude in der Baunetzwoche#342 „Unterm Mikroskop: Forschungsarchitektur von A bis Z“


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Zu den Architektenprofilen:

Barkow Leibinger


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