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http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-BIG_gewinnt_Hochhaus-Wettbewerb_in_Frankfurt_4421361.html

01.07.2015

Gently Shifting

BIG gewinnt Hochhaus-Wettbewerb in Frankfurt


Tishman Speyer, einer der führenden internationalen Immobilien-Entwickler, wählt den Entwurf von BIG – Bjarke Ingels Group (New York/Kopenhagen) und Bollinger + Grohmann Ingenieure (Frankfurt) für ein 185 Meter hohes Wohn-und Geschäftsgebäude auf dem Grundstück der ehemaligen Metzler Bank im Geschäftsviertel von Frankfurt am Main. BIG konnte mit sich mit dem Entwurf im Gutachterverfahren gegen die vier Konkurrenten Snøhetta (Oslo), Jean-Paul Viguier (Paris), Ole Scheeren (Peking) und BilleBeyeScheid (Frankfurt) durchsetzen; den Juryvorsitz hatte der Frankfurter Architekt Christoph Mäckler.

Laut Florian Reiff, verantwortlich für die Leitung der Geschäftstätigkeiten von Tishman Speyer in Deutschland, soll Frankfurts Skyline durch eine ‚neue Art’ von Hochhaus ergänzt werden, welches die tradierte Separation von öffentlichem Leben, Wohnen und Arbeiten aufbricht. Damit ist aber wohl eher eine typologische als eine ästhetische Neuerung gemeint. Laut FAZ wird mit dem Gebäude das erste Hochhaus in Deutschland errichtet, das Wohnen und Arbeiten verbindet. BIGs Pioniergeist entpuppt sich als Rhetorik: Die Programme des 65.000 Quadratmeter großen Hochhaus sind trotzdem vertikal in einzelnen Schichten getrennt: ein öffentlicher Sockel, Büros, Wohnungen (100-120 Einheiten) und wieder Büros im oberen Teil.

Auch formalästhetisch bricht das Gebäude – in diagrammatisch-pragmatischer BIG-Manier – Wohnen und Arbeiten durch das Verspringen einiger Geschosse deutlich lesbar auf. Das „Gently Shifting“ (Bjarke Ingels), also ein behutsames Verrutschen, resultiert einerseits in einer skulpturalen Irregularität der sonst rationalen Gebäudeform. Andererseits wird die geometrische Operation zur Chiffre – Bjarke Ingels spricht von einem ‚Zeichen neuen Lebens’ im Frankfurter Geschäftsviertel. Doch obwohl das geplante BIG-Hochhaus rein formal im Kontext der Nachbarn progressiv wirkt, ist der ‚Shift’ im Hochhaus-Design eher behutsam.

Ikonographie bleibt weiterhin beim Entwurf von Hochhäusern ein Thema. Es stellt sich allerdings die Frage, ob das Frankfurter Geschäftsviertel in nächster Zeit nicht eher durch die immateriellen ‚Shifts’, also Veränderungen, eines aus den Fugen geratenen Finanzmarktes belebt wird. (df)


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