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08.10.2016

Silber in Huanchaca

Poliduras Masterplan erschließt Nationaldenkmal von Antofagasta

Räumlich sensible Architektur erstreckt sich an den Hängen von Huanchaca, oberhalb des Zentrums von Antofagasta. Das Nationaldenkmal der Ruine von Huanchaca ist eine ehemalige Silbergießerei, welche nur 10 Jahre in Betrieb war. Über eine dafür geschaffene Eisenbahnstrecke wurde das Silber aus Bolivien angeliefert und in Antofagasta verarbeitet. Nachdem die Produktion 1902 aufgrund der Silberkrise eingestellt wurde, überließ man die Anlage den Umwelteinflüssen.

Im Jahr 1964 beschloss die Universidad Católica del Norte die Ruine zu konservieren und gründete den Parque Cultural Huanchaca. 2009 erweiterte der aus Santiago stammende Architekt Marco Polidura gemeinsam mit seinen Kollegen Coz und Volante die Anlage um das Wüstenmuseum, das Teil eines Masterplans für das Gelände ist. Das in diesem Jahr eröffnete Amphitheater, welches Platz für 300 Personen bietet (auch von Polidura) ergänzt die Anlage. Aktuell im Bau befindet sich ein Universitätsgebäude für Metallurgie, wodurch der wissenschaftliche Bereich der Kulturanlage angeschlossen wird.

Die Gebäude spielen mit der Hanglage und graben sich teilweise in die Wüstenlandschaft ein. Durch Abtreppungen und Rampen reagieren sie auf die Umgebung und schaffen interessante Blickbezüge zwischen den einzelnen Monumenten und der Natur. Die Polidura-Bauten sind in Sichtbeton ausgeführt und bestechen durch ihre raue Struktur, die an Rohbauten erinnert und sich in ihrer Ungeschliffenheit an die Ruinen anlehnt.

Für die Zukunft sieht Poliduras Masterplan vor, die bisher alleinstehenden Elemente durch eine „Plaza del Sol“ zu verbinden. Der Platz mit im Boden eingelassenen Photovoltaikanlagen soll nach Fertigstellung das öffentliche Zentrum des Ensembles bilden.

Text: Inga Krumme und Kevin Groß-Bölting

Fotos: Carsten Pesch, Thilo Rohländer, Fabio Mata, Kevin Groß-Bölting



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